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Anlage 1 - Markscheider-Bergverordnung (MarkschBergV)

V. v. 19.12.1986 BGBl. I S. 2631; zuletzt geändert durch Artikel 4 V. v. 10.08.1998 BGBl. I S. 2093
Geltung ab 31.12.1986; FNA: 750-15-7 Bergbau
Drucksachen / Entwurf / Begründung | wird in 1 Vorschrift zitiert

Anlage 1 (zu § 6) Meßgenauigkeiten


Anlage 1 wird in 1 Vorschrift zitiert

1 Vermessungen über Tage

1.1
Anschlußmessungen an Festpunktnetze

1.1.1
Anschlußmessungen an Festpunkte der Landesvermessung oder des Liegenschaftskatasters

Übertägige Anschlußmessungen sind so durchzuführen, daß bei den Punkten des übertägigen Festpunktnetzes eine innere Punktlagegenauigkeit von ± 7 cm eingehalten wird.

1.1.2
Anschlußmessungen an Höhenfestpunkte der Landesvermessung oder des Leitnivellements

Übertägige Anschlußmessungen sind so durchzuführen, daß bei den Punkten des übertägigen Höhenfestpunktnetzes eine Höhengenauigkeit von ± 2 cm eingehalten wird.

1.2
Messungen im Festpunktnetz

1.2.1
Winkel- und Längenmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen eines Brechungswinkels darf den Betrag 2 mgon nicht überschreiten. Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen einer Länge darf den folgenden Betrag nicht überschreiten:

d = 1,5 • √s[cm].

Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

1.2.2
Höhenmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen für die nachstehend aufgeführten Zwecke darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

MeßzweckBetrag
a) Höhenfestpunktriß,
Festlegung des Grenzwinkels nach § 5 Abs. 1 der Einwirkungs-
bereichs-Bergverordnung vom 11. November 1982
(BGBl. I S. 1558)
d = 3 • √R[mm]
b) Nachweis eines anderen Einwirkungswinkels nach § 4 Abs. 1
der Einwirkungsbereichs-Bergverordnung
d = 5 • √R[mm]
c) allgemeiner Art d = 10 • √R[mm]


 
Hierin ist R der einfache Meßweg in km.

1.3
Vermessungen in übertägigen Gewinnungsbetrieben geringer Ausdehnung

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen darf das Zweifache der Werte nach den Nummern 1.2.1 und 1.2.2 Buchstabe c betragen, wenn die vom Betrieb in Anspruch genommene Fläche 0,1 km² nicht übersteigt.

2 Vermessungen unter Tage

2.1
Punktlageübertragung

Nach Abseigerung ist für den Anfangspunkt des untertägigen Hauptzugnetzes eine innere Punktlagegenauigkeit von ± 10 cm einzuhalten.

2.2
Richtungsübertragungen

Richtungsübertragungen sind so genau durchzuführen, daß die Differenz zwischen zwei unabhängigen Richtungsbestimmungen den Betrag 10 mgon nicht überschreitet.

2.3
Winkel- und Längenmessungen

2.3.1
Hauptzugnetz

2.3.1.1
Im Hauptzugnetz darf die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen eines Brechungswinkels den Betrag 3 mgon nicht überschreiten.

2.3.1.2
Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen einer Länge darf den folgenden Betrag nicht überschreiten:

d = 2 • √s[cm].

Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

2.3.1.3
Wenn ein Hauptzug eine Gesamtlänge von 4 km, gemessen vom Anfangspunkt des untertägigen Hauptzugnetzes, überschreitet, sind am Anfangspunkt und nach den in der folgenden Tabelle festgelegten Entfernungen weitere Richtungsbestimmungen durchzuführen:

Gesamt-
länge des
Hauptzuges
bis
Richtungsbestimmungen
zwischen
km1 und 2 km 2 und 3 km 3 und 4 km 5 und 6 km 7 und 8 km
5 x   
6 x   
7x x  
8x xx 
9x xx 
10x xxx


2.3.1.4
Bei der Fortführung des Hauptzugnetzes darf die Differenz der Kontrollwinkel und der Kontrollängen gegen die frühere Messung die Beträge nach den Nummern 2.3.1.1 und 2.3.1.2 nicht überschreiten.

2.3.2
Nebenzüge

2.3.2.1
In Nebenzügen darf die Differenz zwischen der ersten und der zweiten Messung eines Brechungswinkels den Betrag 20 mgon nicht überschreiten.

2.3.2.2
Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen einer Länge darf den folgenden Betrag nicht überschreiten:

d = 4 • √s[cm].

Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

2.3.2.3
Bei der Fortführung eines Nebenzuges darf die Differenz der Kontrollwinkel gegen die frühere Messung die folgenden Beträge nicht überschreiten:

voraussichtliche Gesamtlänge Betrag
bis
300 m
40 mgon
bis
600 m
30 mgon
bis
1.000 m
20 mgon


 
Die Gesamtlänge ist vom Anschlußpunkt an das Hauptzugnetz zu bestimmen.

2.3.2.4
Die Differenz der Kontrollängen gegen die frühere Messung darf den Betrag nach Nummer 2.3.2.2 nicht überschreiten.

2.4
Teufenmessungen

Bei Teufenmessungen in seigeren Grubenbauen darf die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen den folgenden Betrag nicht überschreiten:

D = 5 + 0,125 • L[mm].

Hierin ist L die Meßstrecke in m.

2.5
Höhenmessungen

Bei Höhenmessungen darf die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen für die nachstehend aufgeführten Zwecke die folgenden Beträge nicht überschreiten:

MeßzweckBetrag
Höhenfestpunktnetzd = 75 • √R[mm]
Höhenmessungen allgemeiner Art d = 300 • √R[mm]


 
Hierin ist R der einfache Meßweg in km.

2.6
Vermessungen in untertägigen Gewinnungsbetrieben geringer Ausdehnung

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen darf das Zweifache der Werte nach den Nummern 2.1 bis 2.5 betragen, wenn die Entfernung der Grubenbaue vom Anfangspunkt des untertägigen Hauptzugnetzes nicht mehr als 1 km beträgt.

3 Genauigkeiten für Messungen nach § 125 Abs. 1 des Bundesberggesetzes

3.1
Höhenmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen bei den nachstehend aufgeführten Klassen darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

KlasseBetrag
Id = 2 • √R[mm]
IId = 3 • √R[mm]
IIId = 10 • √R[mm]


 
Hierin ist R der einfache Meßweg in km.

3.2
Längenmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen bei den nachstehend aufgeführten Klassen darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

KlasseBetrag
Id = 0,3 • √s[cm]
IId = 0,7 • √s[cm]
IIId = 1,2 • √s[cm]


 
Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

3.3
Winkelmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen eines Brechungswinkels bei den nachstehend aufgeführten Klassen darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

KlasseBetrag
I1 mgon
II3 mgon
III10 mgon


3.4
Punktlagebestimmungen

Bei Lagemessungen in der Klasse III ist eine innere Punktlagegenauigkeit von ± 8 cm und eine Höhengenauigkeit von ± 4 cm einzuhalten.

3.5
Zuordnung der Messungen zu Klassen

Für die Zuordnung der Messungen zu den Klassen I bis III ist die Genauigkeit maßgebend, mit der Veränderungen der Lage und Höhe durch Einwirkungen auf die Oberfläche mit Auswirkungen auf bauliche Anlagen in Abhängigkeit von deren Empfindlichkeit zu erfassen sind.

Im einzelnen gilt folgendes:

Messungen insbesondere für Klasse
räumlich eng begrenzte und besonders empfindliche bauliche Anlagen I
empfindliche bauliche Anlagen II
räumlich ausgedehnte und weniger empfindliche bauliche Anlagen III




 

Zitierungen von Anlage 1 MarkschBergV

Sie sehen die Vorschriften, die auf Anlage 1 MarkschBergV verweisen. Die Liste ist unterteilt nach Zitaten in MarkschBergV selbst, Ermächtigungsgrundlagen, anderen geltenden Titeln, Änderungsvorschriften und in aufgehobenen Titeln.
 
interne Verweise

§ 6 MarkschBergV Meßgenauigkeiten