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Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin (Mechatroniker-Ausbildungsverordnung - MechatronikerAusbV)

V. v. 21.07.2011 BGBl. I S. 1516, 1888 (Nr. 39); zuletzt geändert durch Artikel 1 V. v. 07.06.2018 BGBl. I S. 818
Geltung ab 01.08.2011; FNA: 806-22-1-74 Berufliche Bildung
3 frühere Fassungen | wird in 4 Vorschriften zitiert

Eingangsformel



Auf Grund des § 4 Absatz 1 in Verbindung mit § 5 des Berufsbildungsgesetzes, von denen § 4 Absatz 1 durch Artikel 232 Nummer 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:

---

*)
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 4 des Berufsbildungsgesetzes. Der Rahmenlehrplan für die Berufsschule, veröffentlicht als Beilage Nummer 168a zum Bundesanzeiger Nr. 168 vom 9. September 1998, gilt fort.


§ 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes



Der Ausbildungsberuf des Mechatronikers und der Mechatronikerin wird nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.


§ 2 Dauer der Berufsausbildung



Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.


§ 3 Ausbildungsrahmenplan, Ausbildungsberufsbild



(1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage) aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit). Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.

(2) Die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):

1.
Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,

2.
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,

3.
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,

4.
Umweltschutz,

5.
Betriebliche und technische Kommunikation,

6.
Planen und Steuern von Arbeitsabläufen, Kontrollieren und Beurteilen der Arbeitsergebnisse,

7.
Qualitätsmanagement,

8.
Prüfen, Anreißen und Kennzeichnen,

9.
Manuelles und maschinelles Spanen, Trennen und Umformen,

10.
Fügen,

11.
Installieren elektrischer Baugruppen und Komponenten,

12.
Messen und Prüfen elektrischer Größen,

13.
Installieren und Testen von Hard- und Softwarekomponenten,

14.
Aufbauen und Prüfen von Steuerungen,

15.
Programmieren mechatronischer Systeme,

16.
Zusammenbauen von Baugruppen und Komponenten zu Maschinen und Systemen,

17.
Montieren und Demontieren von Maschinen, Systemen und Anlagen; Transportieren und Sichern,

18.
Prüfen und Einstellen von Funktionen an mechatronischen Systemen,

19.
Inbetriebnehmen und Bedienen mechatronischer Systeme,

20.
Instandhalten mechatronischer Systeme.


§ 4 Durchführung der Berufsausbildung



(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Die in Satz 1 beschriebene Befähigung ist in den Prüfungen nach den §§ 5 bis 7 nachzuweisen.

(2) Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.

(3) Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den schriftlichen Ausbildungsnachweis während der Ausbildungszeit zu führen. Die Ausbildenden haben den schriftlichen Ausbildungsnachweis regelmäßig durchzusehen.


§ 5 Abschlussprüfung



Die Abschlussprüfung besteht aus den beiden zeitlich auseinanderfallenden Teilen 1 und 2. Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen. Dabei sollen Qualifikationen, die bereits Gegenstand von Teil 1 der Abschlussprüfung waren, in Teil 2 der Abschlussprüfung nur insoweit einbezogen werden, als es für die Feststellung der Berufsfähigkeit nach § 38 des Berufsbildungsgesetzes erforderlich ist.




§ 6 Teil 1 der Abschlussprüfung



(1) Teil 1 der Abschlussprüfung soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.

(2) Teil 1 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr und das dritte Ausbildungshalbjahr aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Teil 1 der Abschlussprüfung besteht aus dem Prüfungsbereich „Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem".

(4) Der Prüfling soll zeigen, dass er in der Lage ist

1.
technische Unterlagen auszuwerten, technische Parameter zu bestimmen, Arbeitsabläufe zu planen und abzustimmen, Material und Werkzeug zu disponieren,

2.
Baugruppen und Komponenten zusammenzubauen, zu verdrahten, zu verbinden und zu konfigurieren, Sicherheitsregeln, Unfallverhütungsvorschriften und Umweltschutzbestimmungen einzuhalten,

3.
die Sicherheit von mechatronischen Teilsystemen zu beurteilen, mechanische und elektrische Schutzmaßnahmen zu prüfen,

4.
Teilsysteme zu analysieren und Funktionen zu prüfen, Betriebswerte einzustellen und zu messen sowie die Funktionsfähigkeit herzustellen,

5.
Systeme zu übergeben und zu erläutern, die Auftragsdurchführung zu dokumentieren, technische Unterlagen, einschließlich Prüfprotokolle, zu erstellen.

(5) Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen, die situative Fachgespräche und schriftliche Aufgabenstellungen beinhaltet.

(6) Die Prüfungszeit beträgt acht Stunden, wobei die situativen Fachgespräche insgesamt höchstens zehn Minuten umfassen sollen. Die schriftlichen Aufgabenstellungen sollen einen zeitlichen Umfang von 90 Minuten haben.


§ 7 Teil 2 der Abschlussprüfung



(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.
Arbeitsauftrag,

2.
Arbeitsplanung,

3.
Funktionsanalyse sowie

4.
Wirtschafts- und Sozialkunde.

Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, betriebliche und technische Kommunikation, Planen und Steuern von Arbeitsabläufen, Kontrollieren und Beurteilen der Arbeitsergebnisse sowie Geschäftsprozesse und Qualitätsmanagement zu berücksichtigen.

(3) Für den Prüfungsbereich „Arbeitsauftrag" bestehen folgende Vorgaben:

1.
Der Prüfling soll zeigen, dass er in der Lage ist

a)
Arbeitsaufträge zu analysieren, Informationen aus Unterlagen zu beschaffen, technische und organisatorische Schnittstellen zu klären, Lösungsvarianten unter technischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten zu bewerten und auszuwählen,

b)
Auftragsabläufe zu planen und abzustimmen, Teilaufgaben festzulegen, Planungsunterlagen zu erstellen, Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten am Einsatzort zu berücksichtigen,

c)
Aufträge durchzuführen, Funktion und Sicherheit zu prüfen und zu dokumentieren, Normen und Spezifikationen zur Qualität und Sicherheit der Systeme zu beachten sowie Ursachen von Fehlern und Mängeln systematisch zu suchen,

d)
Systeme freizugeben und zu übergeben, Fachauskünfte, auch unter Verwendung englischer Fachausdrücke, zu erteilen, Abnahmeprotokolle anzufertigen, Arbeitsergebnisse und Leistungen zu dokumentieren und zu bewerten, Leistungen abzurechnen, Systemdaten und -unterlagen zu dokumentieren;

2.
dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen: Montage oder Instandhaltung mit jeweils anschließender Inbetriebnahme eines mechatronischen Systems;

3.
der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen im Prüfungsbereich „Arbeitsauftrag"

a)
in 20 Stunden einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch von höchstens 30 Minuten führen; das Fachgespräch wird auf der Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen des bearbeiteten betrieblichen Auftrages geführt; unter Berücksichtigung der praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das auftragsbezogene Fachgespräch die prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Auftragsdurchführung bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des betrieblichen Auftrages die Aufgabenstellung einschließlich eines geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen oder

b)
in 14 Stunden eine Arbeitsaufgabe vorbereiten, durchführen, nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein situatives Fachgespräch von höchstens 20 Minuten führen; die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt sechs Stunden; durch Beobachtungen der Durchführung, die aufgabenspezifischen Unterlagen und das Fachgespräch sollen die prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Durchführung der Arbeitsaufgabe bewertet werden.

Der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Satz 1 Nummer 3 aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der Anmeldung zur Prüfung mit.

(4) Für den Prüfungsbereich „Arbeitsplanung" bestehen folgende Vorgaben:

1.
Der Prüfling soll zeigen, dass er in der Lage ist

a)
Problemanalysen durchzuführen,

b)
die zur Montage und Inbetriebnahme notwendigen mechanischen und elektrischen Komponenten, Leitungen, Software, Werkzeuge und Hilfsmittel unter Beachtung der technischen Regeln auszuwählen,

c)
Installations- und Montagepläne anzupassen,

d)
die notwendigen Arbeitsschritte unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit zu planen und Standardsoftware anzuwenden;

2.
dem Prüfungsbereich ist die Erstellung eines Arbeitsplans zur Montage und Inbetriebnahme eines mechatronischen Systems nach vorgegebenen Anforderungen zugrunde zu legen;

3.
der Prüfling soll die Aufgabe schriftlich bearbeiten;

4.
die Prüfungszeit beträgt 105 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich „Funktionsanalyse" bestehen folgende Vorgaben:

1.
Der Prüfling soll zeigen, dass er in der Lage ist

a)
Maßnahmen zur Instandhaltung oder Inbetriebnahme unter Berücksichtigung betrieblicher Abläufe zu planen,

b)
Schaltungsunterlagen auszuwerten,

c)
Programme zu interpretieren und zu ändern,

d)
funktionelle Zusammenhänge eines mechatronischen Systems, mechanische und elektrische Größen sowie Bewegungsabläufe zu ermitteln und darzustellen,

e)
Signale an Schnittstellen funktionell zuzuordnen,

f)
Prüfverfahren und Diagnosesysteme auszuwählen und einzusetzen,

g)
Fehlerursachen zu lokalisieren, Schutzeinrichtungen zu testen und elektrische Schutzmaßnahmen zu prüfen;

2.
dem Prüfungsbereich ist die Beschreibung der Vorgehensweise zur vorbeugenden Instandhaltung und zur systematischen Eingrenzung eines Fehlers in einem mechatronischen System zugrunde zu legen;

3.
der Prüfling soll die Aufgabe schriftlich bearbeiten;

4.
die Prüfungszeit beträgt 105 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde" bestehen folgende Vorgaben:

1.
Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.
der Prüfling soll praxisorientierte Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.
die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.


§ 8 Gewichtungs- und Bestehensregelung



(1) Die Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem 40 Prozent,

2.
Arbeitsauftrag 30 Prozent,

3.
Arbeitsplanung 12 Prozent,

4.
Funktionsanalyse 12 Prozent,

5.
Wirtschafts- und Sozialkunde 6 Prozent.

(2) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.
im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mit mindestens „ausreichend",

2.
im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag mit mindestens „ausreichend",

3.
in zwei der Prüfungsbereiche nach Absatz 1 Nummer 3 bis 5 mit mindestens „ausreichend" und

4.
in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend" bewertet worden sind.

(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der schlechter als „ausreichend" bewerteten Prüfungsbereiche „Arbeitsplanung", „Funktionsanalyse" und „Wirtschafts- und Sozialkunde" durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.


§ 9 Inkrafttreten, Außerkrafttreten


§ 9 wird in 1 Vorschrift zitiert und ändert mWv. 1. August 2011 MechaAusbV

Diese Verordnung tritt am 1. August 2011 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechatroniker/zur Mechatronikerin vom 4. März 1998 (BGBl. I S. 408) außer Kraft.


Schlussformel



Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie

In Vertretung B. Heitzer


Anlage (zu § 3 Absatz 1 Satz 1) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Mechatroniker und zur Mechatronikerin



Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten Zeitliche Richtwerte
in Wochen
im Ausbildungsjahr
123/4
1234
1Berufsbildung, Arbeits-
und Tarifrecht
(§ 3 Absatz 2 Nummer 1)
a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere
Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären
b) gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbil-
dungsvertrag nennen
c) Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
d) wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
e) wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden
Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
während
der gesamten
Ausbildung
zu vermitteln
2Aufbau und Organisation
des Ausbildungsbetriebes
(§ 3 Absatz 2 Nummer 2)
a) Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes er-
läutern
b) Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Be-
schaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erklären
c) Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner
Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsver-
tretungen und Gewerkschaften nennen
d) Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der be-
triebsverfassung- oder personalvertretungsrecht-
lichen Organe des ausbildenden Betriebes beschrei-
ben
3Sicherheit und
Gesundheitsschutz
bei der Arbeit
(§ 3 Absatz 2 Nummer 3)
a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Ar-
beitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Ver-
meidung ergreifen
b) berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhü-
tungsvorschriften anwenden
c) Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie
erste Maßnahmen einleiten
d) Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes an-
wenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben
und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen
4Umweltschutz
(§ 3 Absatz 2 Nummer 4)
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen
im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbeson-
dere
a) mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbil-
dungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz
an Beispielen erklären
b) für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des
Umweltschutzes anwenden
c) Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltscho-
nenden Energie- und Materialverwendung nutzen
d) Abfälle vermeiden, Stoffe und Materialien einer um-
weltschonenden Entsorgung zuführen
5 Betriebliche und
technische
Kommunikation
(§ 3 Absatz 2 Nummer 5)
a) Informationen beschaffen und bewerten
b) Gespräche mit Vorgesetzten und Mitarbeitern und im
Team situationsgerecht führen, Sachverhalte darstel-
len, deutsche und englische Fachausdrücke anwen-
den
c) Möglichkeiten zur Konfliktregelung anwenden
d) EDV-Anlagen handhaben, insbesondere Software
einsetzen, Peripheriegeräte anschließen und nutzen
e) Daten schützen und sichern
f) Protokolle und Berichte anfertigen, Standardsoftware
anwenden
4*)   
g) Teil-, Gruppen- und Gesamtzeichnungen lesen und
anwenden
h) Schaltungsunterlagen von Baugruppen und Geräten
der Fluidik lesen und anwenden
i) elektrische Pläne, Block-, Funktions-, Aufbau- und
Anschlusspläne lesen und anwenden
j) Skizzen und Stücklisten anfertigen
3*)   
k) technische Pläne von Baugruppen, Maschinen und
Anlagen aktualisieren
l) technische Regelwerke, Betriebsanleitungen, Ar-
beitsanweisungen und sonstige technische Informa-
tionen, auch in englisch anwenden
 3*)  
m) Präsentationstechniken anwenden
n) Produkte und Arbeitsergebnisse bei Übergabe erläu-
tern und in die Funktion einweisen
o) betriebliche Informations- und Kommunikationssys-
teme nutzen
  3*) 
6 Planen und Steuern
von Arbeitsabläufen,
Kontrollieren und
Beurteilen der
Arbeitsergebnisse
(§ 3 Absatz 2 Nummer 6)
a) Arbeitsschritte nach funktionalen, fertigungstechni-
schen und wirtschaftlichen Kriterien festlegen
b) Arbeitsabläufe nach organisatorischen und informa-
torischen Kriterien festlegen und sicherstellen
c) Arbeit im Team planen, Aufgaben verteilen
d) Arbeitsplatz planen und einrichten
e) Material, Werkzeuge und Hilfsmittel auftragsbezogen
anfordern und bereitstellen
f) Bearbeitungsmaschinen für den Arbeitsprozess vor-
bereiten
5*)   
g) Werkzeuge, Bearbeitungsmaschinen, Prüf- und
Messmittel sowie technische Einrichtungen betriebs-
bereit machen, überprüfen, warten sowie Maßnah-
men zur Fehlerbeseitigung einleiten
h) eigene und von anderen erbrachte Leistungen kon-
trollieren und bewerten sowie dokumentieren
i) Material, Ersatzteile, Arbeitszeit und technische Prü-
fungen dokumentieren
 3*)  
7Qualitätsmanagement
(§ 3 Absatz 2 Nummer 7)
Normen und Spezifikationen zur Qualitätssicherheit der
Produkte beachten sowie Qualität bei der Auftragserledi-
gung unter Beachtung vor- und nachgelagerter Bereiche
sichern, insbesondere
a) Qualitätssicherungssystem in Verbindung mit techni-
schen Unterlagen und dessen Wirksamkeit beurtei-
len, Verfahren anwenden
b) Prüfarten und Prüfmittel auswählen, Einsatzfähigkeit
der Prüfmittel feststellen und dokumentieren, Prüf-
pläne und betriebliche Prüfvorschriften anwenden
c) Ursachen von Fehlern und Qualitätsmängeln syste-
matisch suchen, beseitigen und dokumentieren
d) zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsvorgän-
gen im eigenen Arbeitsbereich beitragen
   5*)
8Prüfen, Anreißen und
Kennzeichnen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 8)
a) Messzeuge zum Messen und Prüfen von Längen,
Winkeln und Flächen auswählen und handhaben
b) Längen messen, Einhaltung von Toleranzen und Pas-
sungen prüfen
c) Flächen auf Ebenheit, Winkligkeit und Formgenauig-
keit prüfen sowie Oberflächenqualität beurteilen
d) Oberflächenform und -beschaffenheit von Fügeflä-
chen nach technischen Anforderungen kontrollieren
e) Werkstücke anreißen, körnen und kennzeichnen
f) Winkel messen und mit Winkellehren prüfen
3*)   
9Manuelles und
maschinelles Spanen,
Trennen und Umformen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 9)
a) Bleche, Platten und Profile aus Metall und Kunststoff
nach Anriss sägen
b) Flächen und Formen an Werkstücken eben, winklig
und parallel auf Maß feilen sowie entgraten
c) Bohrungen herstellen und reiben
d) Innen- und Außengewinde herstellen
e) Werkstücke durch Drehen bearbeiten
f) Werkstücke durch Fräsen bearbeiten
g) Feinbleche und Kunststoffplatten scheren
h) Bleche, Rohre und Profile aus Eisen- und Nichteisen-
metallen kaltumformen und richten
11   
10Fügen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 10)
a) Schraubverbindungen unter Beachtung der Teilefolge
und des Drehmomentes herstellen und sichern
b) Bauteile verstiften
c) Löt- und Klebeverbindungen herstellen
d) Bleche, Rohre und Profile schweißen
6   
11Installieren elektrischer
Baugruppen und
Komponenten
(§ 3 Absatz 2 Nummer 11)
a) Einschübe, Gehäuse und Schaltgerätekombinationen
zusammenbauen
b) Komponenten für elektrische Hilfs- und Schalteinrich-
tungen auswählen, einbauen, verbinden und kenn-
zeichnen
c) Komponenten zum Steuern, Regeln, Messen und
Überwachen einbauen und kennzeichnen
8   
d) Leitungswege nach baulichen und örtlichen Gege-
benheiten festlegen
e) Leitungen unter Berücksichtigung der mechanischen
und elektrischen Belastung, der Verlegungsarten und
des Verwendungszweckes auswählen, zurichten, ver-
legen und verbinden
    
f) Baugruppen und Geräte in unterschiedlichen Ver-
drahtungsarten nach Unterlagen und Mustern ver-
drahten
g) Fehler korrigieren und Änderungen dokumentieren
 5  
12Messen und Prüfen
elektrischer Größen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 12)
a) Verfahren und Messgeräte auswählen, Messfehler ab-
schätzen und Messeinrichtungen aufbauen
b) Spannung, Strom, Widerstand und Leistung im
Gleich- und Wechselstromkreis messen und ihre Ab-
hängigkeit zueinander berechnen
c) Messreihen und Kennlinien, insbesondere von span-
nungs-, temperatur- und lichtabhängigen Widerstän-
den aufnehmen, darstellen und auswerten
d) analoge und digitale Signale, insbesondere Signal-
zeitverhalten, messen und prüfen
e) elektrische Kenndaten von Baugruppen und Kompo-
nenten prüfen
f) elektrische Schaltungen aufbauen und ihre Funktion
prüfen
8   
13 Installieren und
Testen von Hard- und
Softwarekomponenten
(§ 3 Absatz 2 Nummer 13)
a) Hard- und Softwareschnittstellen, Kompatibilität von
Hardwarekomponenten sowie Systemvoraussetzun-
gen für Software prüfen
b) Systemkomponenten zusammenstellen und verbin-
den
c) Hardware konfigurieren, Software installieren und an-
passen
 3  
d) Netzwerke und Bussysteme installieren und konfigu-
rieren
e) Signale an Schnittstellen prüfen, Protokolle interpre-
tieren, Systeme testen
  4 
f) Versionswechsel von Software durchführen
g) Änderungen in der Hard- und Software dokumentie-
ren
   4
14 Aufbauen und Prüfen
von Steuerungen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 14)
a) elektrische und fluidische Schaltungen aufbauen und
verbinden
b) Einrichtungen zur Versorgung mit elektrischer, pneu-
matischer oder hydraulischer Energie anschließen,
prüfen und einstellen
c) Druck in fluidischen Systemen messen und einstellen
4   
d) Aufgabenstellung, insbesondere Bewegungsabläufe
und Wechselwirkung an Schnittstellen des zu steu-
ernden Systems analysieren
e) Steuerungskonzepte zuordnen und Steuerungsein-
richtungen auswählen
f) elektrische und fluidische Schaltungen nach vorgege-
benen Problemstellungen aufbauen
  9 
  g) Sensoren, Aktoren und Wandler installieren
h) das Zusammenwirken von verknüpften Funktionen
prüfen und einstellen, Fehler unter Beachtung der
Schnittstellen eingrenzen
    
15 Programmieren
mechatronischer Systeme
(§ 3 Absatz 2 Nummer 15)
a) Steuerungen in unterschiedlichen Realisierungsfor-
men beurteilen
b) Steuerungsprogramme eingeben und ändern, Test-
programme erstellen und anwenden
c) Anwendungsprogramme für Steuerungen erstellen,
eingeben und testen
 4  
d) Programmablauf in mechatronischen Systemen über-
wachen, Fehler feststellen und beheben
   4
16 Zusammenbauen von
Baugruppen und
Komponenten zu
Maschinen und Systemen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 16)
a) Baugruppen und Komponenten identifizieren sowie
auf fehlerfreie Beschaffenheit prüfen
b) Vormontagen durchführen
c) Schmier- und Kühleinrichtungen einbauen
d) fluidische Komponenten, insbesondere Zylinder und
Ventile, einbauen
e) Rohr- und Schlauchleitungen zurichten, verlegen, ver-
binden und auf Dichtheit prüfen
 6  
f) Baugruppen und Komponenten passen sowie funkti-
onsgerecht ausrichten und Lage sichern
g) Gleit- und Wälzlager einbauen, Baugruppen mit be-
weglichen Teilen montieren
h) Antriebe, Getriebe und Kupplungen einbauen
i) Schaltgeräte einbauen und verdrahten
j) Baugruppen zum Steuern, Regeln, Messen und Über-
wachen einbauen und verdrahten
k) Sensoren einbauen, einstellen und verbinden
l) Funktionen während des Montagevorganges prüfen
   14
17 Montieren und
Demontieren von
Maschinen, Systemen und
Anlagen; Transportieren
und Sichern
(§ 3 Absatz 2 Nummer 17)
a) Rohre, Installationskanäle und Kabelbühnen montie-
ren
b) Anschlüsse an Rohrleitungssysteme zur Ver- und Ent-
sorgung herstellen, Übergänge auswählen und her-
stellen
c) Schutzeinrichtungen, Schirmungen, Verkleidungen
und Isolierungen anbringen
d) Leitungen und Betriebsmittel der Energieverteilungs-
und Kommunikationstechnik unter Beachtung der
mechanischen und elektrischen Belastung und der
Verlegungsart auswählen, befestigen und anschlie-
ßen
  6 
e) Beschaffenheit des Aufstellungsortes für die Befesti-
gung prüfen
f) Maschinen, Geräte und Tragkonstruktionen zu Be-
zugsgrößen ausrichten, befestigen und sichern
g) Räume hinsichtlich ihrer Umgebungsbedingungen
und der Zusatzfestlegungen für Räume besonderer
Art beurteilen
   12
  h) Schutzmaßnahmen festlegen, Potenzialausgleich
durchführen
i) Leitern, Gerüste und Montagebühnen unter arbeits-
und sicherheitstechnischen Aspekten beurteilen und
nutzen
j) Hebezeuge, Anschlag- und Transportmittel auswäh-
len und einsetzen, Transport sichern und durchführen
    
18 Prüfen und Einstellen
von Funktionen an
mechatronischen
Systemen
(§ 3 Absatz 2 Nummer 18)
a) Mess- und Prüfverfahren sowie Diagnosesysteme
auswählen, elektrische Größen und Signale an
Schnittstellen prüfen
b) Signalverarbeitungsbaugruppen anschließen und de-
ren Ein- und Ausgangssignale prüfen
c) Messeinrichtungen zum Erfassen von Bewegungsab-
läufen, Druck und Temperatur prüfen
d) Einrichtungen zum Erfassen von Grenzwerten, insbe-
sondere Schalter und Sensoren, prüfen und justieren
  4 
e) Aktoren nach sicherheitstechnischen Gesichtspunk-
ten beurteilen und einstellen
f) Steuer-, Regel- und Überwachungseinrichtungen
prüfen, Regelparameter einstellen
g) Sollwerte von prozessrelevanten Größen, insbeson-
dere von Bewegungsabläufen und Druck einstellen
h) Fehler unter Beachtung der Schnittstellen mechani-
scher, fluidischer und elektrischer Baugruppen durch
Sichtkontrolle, Prüfen und Messen sowie mit Hilfe
von Prüfsystemen und Testprogrammen systema-
tisch eingrenzen
i) elektrisch und elektronisch gesteuerte Antriebe prü-
fen und einstellen
j) Störungen und Fehler auf mögliche Ursachen unter-
suchen, die Möglichkeiten ihrer Beseitigung beurtei-
len und die Instandsetzung einleiten
k) Einzel- und Gesamtfunktion prüfen und dokumentie-
ren
   12
19 Inbetriebnehmen
und Bedienen
mechatronischer Systeme
(§ 3 Absatz 2 Nummer 19)
a) Schutz gegen direktes Berühren prüfen
b) Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen, insbesondere
Fehlerstromschutzeinrichtungen prüfen, Isolations-,
Erdungs- und Schleifenwiderstände messen
c) mechanische und elektrische Sicherheitsvorrichtun-
gen, insbesondere NOT-AUS-Schalter, sowie Melde-
systeme auf ihre Wirksamkeit prüfen
 2  
d) Hilfs- und Steuerstromkreise einschließlich zugehöri-
ger Signal- und Befehlsgeber für Mess-, Steuer- und
Überwachungseinrichtungen prüfen und in Betrieb
nehmen
e) Hauptstromkreise prüfen und schrittweise in Betrieb
nehmen, Betriebswerte messen, Sollwerte einstellen
f) Fluidikeinrichtungen in Betrieb nehmen
g) Beweglichkeit, Dichtheit, Laufruhe, Umdrehungsfre-
quenz, Druck, Temperatur und Verfahrwege prüfen
und einstellen
    
  h) Befestigung, Energieversorgung, Schmierung, Küh-
lung und Entsorgung prüfen und sicherstellen
i) Programme und Daten laden und sichern, Pro-
grammablauf prüfen und anpassen
j) Signalübertragungssysteme, insbesondere Feldbus-
se prüfen und in Betrieb nehmen
k) mechatronische Systeme in Betrieb nehmen, Funkti-
onsprüfung durchführen
l) Schutzmaßnahmen zur elektromagnetischen Verträg-
lichkeit prüfen
m) Systemparameter bei der Inbetriebnahme ermitteln,
mit vorgegebenen Werten vergleichen und einstellen
n) Maschinen und Systeme bedienen, Probelauf bei
Nenn- und Grenzwerten durchführen
   14
20Instandhalten
mechatronischer Systeme
(§ 3 Absatz 2 Nummer 20)
a) mechatronische Systeme inspizieren, Funktionen
von Sicherheitseinrichtungen prüfen sowie Prüfun-
gen protokollieren
b) mechatronische Systeme nach Wartungs- und In-
standhaltungsplänen warten, Verschleißteile im Rah-
men der vorbeugenden Instandhaltung austauschen
c) Geräte und Baugruppen unter Beachtung ihrer Funk-
tion ausbauen und Teile hinsichtlich Lage und Funk-
tionszuordnung kennzeichnen
d) Störungen durch Nacharbeiten und Austausch von
Teilen und Baugruppen beseitigen
e) Softwarefehler beheben
f) Systemparameter mit vorgegebenen Werten verglei-
chen und einstellen
g) mechatronische Systeme unter Beachtung der be-
trieblichen Abläufe instand setzen
h) mechatronische Systeme an geänderte Betriebsbe-
dingungen anpassen
i) Diagnose- und Wartungssysteme nutzen
   13


*)
Im Zusammenhang mit anderen im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Ausbildungsinhalte zu vermitteln.