Verordnung über das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung - BtMVV)

Artikel 3 V. v. 20.01.1998 BGBl. I S. 74, 80; zuletzt geändert durch Artikel 2 V. v. 18.05.2021 BGBl. I S. 1096
Geltung ab 01.02.1998; FNA: 2121-6-24-4 Apotheken- und Arzneimittelwesen, Gifte
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§ 2 Verschreiben durch einen Arzt
§ 3 Verschreiben durch einen Zahnarzt
§ 4 Verschreiben durch einen Tierarzt

§ 2 Verschreiben durch einen Arzt


§ 2 hat 7 frühere Fassungen und wird in 15 Vorschriften zitiert

(1) Für einen Patienten darf der Arzt innerhalb von 30 Tagen verschreiben:

a)
bis zu zwei der folgenden Betäubungsmittel unter Einhaltung der nachstehend festgesetzten Höchstmengen:

1.Amfetamin600 mg,
2.Buprenorphin800 mg,
2a.Cannabis in Form von ge-
trockneten Blüten
100.000 mg,
2b.Cannabisextrakt (bezogen auf
den Δ9-Tetrahydrocannabinol-Gehalt)
1.000 mg,
3.Codein als Substitutionsmittel40.000 mg,
3a.Dexamfetamin600 mg,
3b.Diamorphin30.000 mg,
4.Dihydrocodein als Substitutionsmittel40.000 mg,
5.Dronabinol500 mg,
6.Fenetyllin2.500 mg,
7.Fentanyl500 mg,
7a.Flunitrazepam30 mg,
8.Hydrocodon1.200 mg,
9.Hydromorphon5.000 mg,

10.(aufgehoben) 
11.Levomethadon1.800 mg,
11a.Lisdexamfetamindimesilat2.100 mg,
12.Methadon3.600 mg,
13.Methylphenidat2.400 mg,
14.(aufgehoben) 
15.Morphin24.000 mg,
16.Opium, eingestelltes4.000 mg,
17.Opiumextrakt2.000 mg,
18.Opiumtinktur40.000 mg,
19.Oxycodon15.000 mg,

20.Pentazocin15.000 mg,
21.Pethidin10.000 mg,
22.(aufgehoben) 
23.Piritramid6.000 mg,
23a.Tapentadol18.000 mg,
24.Tilidin18.000 mg


oder

b)
eines der weiteren in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes bezeichneten Betäubungsmittel außer Alfentanil, Cocain, Etorphin, Remifentanil und Sufentanil.

(2) 1In begründeten Einzelfällen und unter Wahrung der erforderlichen Sicherheit des Betäubungsmittelverkehrs darf der Arzt für einen Patienten, der in seiner Dauerbehandlung steht, von den Vorschriften des Absatzes 1 hinsichtlich

1.
der Zahl der verschriebenen Betäubungsmittel und

2.
der festgesetzten Höchstmengen

abweichen. 2Eine solche Verschreibung ist mit dem Buchstaben "A" zu kennzeichnen.

(3) 1Für seinen Praxisbedarf darf der Arzt die in Absatz 1 aufgeführten Betäubungsmittel sowie Alfentanil, Cocain bei Eingriffen am Kopf als Lösung bis zu einem Gehalt von 20 vom Hundert oder als Salbe bis zu einem Gehalt von 2 vom Hundert, Remifentanil und Sufentanil bis zur Menge seines durchschnittlichen Zweiwochenbedarfs, mindestens jedoch die kleinste Packungseinheit, verschreiben. 2Die Vorratshaltung soll für jedes Betäubungsmittel den Monatsbedarf des Arztes nicht überschreiten. 3Diamorphin darf der Arzt bis zur Menge seines durchschnittlichen Monatsbedarfs verschreiben. 4Die Vorratshaltung soll für Diamorphin den durchschnittlichen Zweimonatsbedarf des Arztes nicht überschreiten.

(4) 1Für den Stationsbedarf darf nur der Arzt verschreiben, der ein Krankenhaus oder eine Teileinheit eines Krankenhauses leitet oder in Abwesenheit des Leiters beaufsichtigt. 2Er darf die in Absatz 3 bezeichneten Betäubungsmittel unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen über Bestimmungszweck, Gehalt und Darreichungsform verschreiben. 3Dies gilt auch für einen Belegarzt, wenn die ihm zugeteilten Betten räumlich und organisatorisch von anderen Teileinheiten abgegrenzt sind.


Text in der Fassung des Artikels 3 Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften G. v. 6. März 2017 BGBl. I S. 403 m.W.v. 10. März 2017

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§ 3 Verschreiben durch einen Zahnarzt


§ 3 hat 4 frühere Fassungen und wird in 9 Vorschriften zitiert

(1) Für einen Patienten darf der Zahnarzt innerhalb von 30 Tagen verschreiben:

a)
eines der folgenden Betäubungsmittel unter Einhaltung der nachstehend festgesetzten Höchstmengen:

1.Buprenorphin40 mg,
2.Hydrocodon300 mg,
3.Hydromorphon1.200 mg,
4.Levomethadon200 mg,
5.Morphin5.000 mg,
6.Oxycodon4.000 mg,
7.Pentazocin4.000 mg,
8.Pethidin2.500 mg,
9.Piritramid1.500 mg,
9a.Tapentadol4.500 mg,
10.Tilidin4.500 mg


oder

b)
eines der weiteren in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes bezeichneten Betäubungsmittel außer Alfentanil, Amfetamin, Cannabis, Cocain, Diamorphin, Dronabinol, Etorphin, Fenetyllin, Fentanyl, Levacetylmethadol, Methadon, Methylphenidat, Nabilon, Normethadon, Opium, Papaver somniferum, Pentobarbital, Remifentanil, Secobarbital und Sufentanil.

(2) 1Für seinen Praxisbedarf darf der Zahnarzt die in Absatz 1 aufgeführten Betäubungsmittel sowie Alfentanil, Fentanyl, Remifentanil und Sufentanil bis zur Menge seines durchschnittlichen Zweiwochenbedarfs, mindestens jedoch die kleinste Packungseinheit, verschreiben. 2Die Vorratshaltung soll für jedes Betäubungsmittel den Monatsbedarf des Zahnarztes nicht übersteigen.

(3) 1Für den Stationsbedarf darf nur der Zahnarzt verschreiben, der ein Krankenhaus oder eine Teileinheit eines Krankenhauses leitet oder in Abwesenheit des Leiters beaufsichtigt. 2Er darf die in Absatz 2 bezeichneten Betäubungsmittel unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen über Bestimmungszweck, Gehalt und Darreichungsform verschreiben. 3Dies gilt auch für einen Belegzahnarzt, wenn die ihm zugeteilten Betten räumlich und organisatorisch von anderen Teileinheiten abgegrenzt sind.


Text in der Fassung des Artikels 3 Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften G. v. 6. März 2017 BGBl. I S. 403 m.W.v. 10. März 2017

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§ 4 Verschreiben durch einen Tierarzt


§ 4 hat 5 frühere Fassungen und wird in 12 Vorschriften zitiert

(1) Für ein Tier darf der Tierarzt innerhalb von 30 Tagen verschreiben:

a)
eines der folgenden Betäubungsmittel unter Einhaltung der nachstehend festgesetzten Höchstmengen:

1.Amfetamin600 mg,
2.Buprenorphin150 mg,
3.Hydrocodon1 200 mg,
4.Hydromorphon5.000 mg,
5.Levomethadon750 mg,
6.Morphin20.000 mg,
7.Opium, eingestelltes12.000 mg,
8.Opiumextrakt6.000 mg,
9.Opiumtinktur120.000 mg,
10.Pentazocin15.000 mg,
11.Pethidin10.000 mg,
12.Piritramid6.000 mg,
13.Tilidin18.000 mg


oder

b)
eines der weiteren in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes bezeichneten Betäubungsmittel außer Alfentanil, Cannabis, Cocain, Diamorphin, Dronabinol, Etorphin, Fenetyllin, Fentanyl, Levacetylmethadol, Methadon, Methylphenidat, Nabilon, Oxycodon, Papaver somniferum, Pentobarbital, Remifentanil, Secobarbital und Sufentanil.

(2) 1In begründeten Einzelfällen und unter Wahrung der erforderlichen Sicherheit des Betäubungsmittelverkehrs darf der Tierarzt in einem besonders schweren Krankheitsfall von den Vorschriften des Absatzes 1 hinsichtlich

1.
der Zahl der verschriebenen Betäubungsmittel und

2.
der festgesetzten Höchstmengen

abweichen. 2Eine solche Verschreibung ist mit dem Buchstaben "A" zu kennzeichnen.

(3) 1Für seinen Praxisbedarf darf der Tierarzt die in Absatz 1 aufgeführten Betäubungsmittel sowie Alfentanil, Cocain zur Lokalanästhesie bei Eingriffen am Kopf als Lösung bis zu einem Gehalt von 20 vom Hundert oder als Salbe bis zu einem Gehalt von 2 vom Hundert, Etorphin nur zur Immobilisierung von Tieren, die im Zoo, im Zirkus oder in Wildgehegen gehalten werden, durch eigenhändige oder in Gegenwart des Verschreibenden erfolgende Verabreichung, Fentanyl, Methadon, Pentobarbital, Remifentanil und Sufentanil bis zur Menge seines durchschnittlichen Zweiwochenbedarfs, mindestens jedoch die kleinste Packungseinheit, verschreiben. 2Die Vorratshaltung soll für jedes Betäubungsmittel den Monatsbedarf des Tierarztes nicht übersteigen.

(4) 1Für den Stationsbedarf darf nur der Tierarzt verschreiben, der eine Tierklinik oder eine Teileinheit einer Tierklinik leitet oder in Abwesenheit des Leiters beaufsichtigt. 2Er darf die in Absatz 3 bezeichneten Betäubungsmittel, ausgenommen Etorphin, unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen über Bestimmungszweck, Gehalt und Darreichungsform verschreiben.


Text in der Fassung des Artikels 3 Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften G. v. 6. März 2017 BGBl. I S. 403 m.W.v. 10. März 2017



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