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Verordnung über die Berufsausbildung zum Servicekaufmann im Luftverkehr und zur Servicekauffrau im Luftverkehr (Servicekaufleute-Luftverkehr-Ausbildungsverordnung - ServKflLuftvAusbV)

V. v. 29.03.2017 BGBl. I S. 660 (Nr. 16)
Geltung ab 01.08.2017; FNA: 806-22-1-111 Berufliche Bildung
1 Änderung

Eingangsformel *)



Auf Grund des § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes, der zuletzt durch Artikel 436 Nummer 1 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:

---

*)
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 4 des Berufsbildungsgesetzes. Die Ausbildungsordnung und der damit abgestimmte, von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplan für die Berufsschule werden demnächst im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlicht.


Abschnitt 1 Gegenstand, Dauer und Gliederung der Berufsausbildung

§ 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes



Der Ausbildungsberuf des Servicekaufmanns im Luftverkehr und der Servicekauffrau im Luftverkehr wird nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.


§ 2 Dauer der Berufsausbildung



Die Berufsausbildung dauert drei Jahre.


§ 3 Gegenstand der Berufsausbildung und Ausbildungsrahmenplan



(1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage) genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Von der Organisation der Berufsausbildung, wie sie im Ausbildungsrahmenplan vorgegeben ist, darf abgewichen werden, wenn und soweit betriebspraktische Besonderheiten oder Gründe, die in der Person des oder der Auszubildenden liegen, die Abweichung erfordern.

(2) Die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit nach § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes erlangen. Die berufliche Handlungsfähigkeit schließt insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren ein.


§ 4 Struktur der Berufsausbildung, Ausbildungsberufsbild



(1) Die Berufsausbildung gliedert sich in:

1.
berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

2.
integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.

Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten werden in Berufsbildpositionen als Teil des Ausbildungsberufsbildes gebündelt.

(2) Die Berufsbildpositionen der berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:

1.
Passagierabfertigungsprozesse durchführen,

2.
personalwirtschaftliche Prozesse unterstützen,

3.
Marketingmaßnahmen durchführen,

4.
Flugzeugabfertigungsprozesse koordinieren,

5.
Gepäckermittlung durchführen und Kunden betreuen,

6.
Dienstleistungen anbieten und verkaufen und

7.
kaufmännische Steuerung und Kontrolle unterstützen.

(3) Die Berufsbildpositionen der integrativ zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:

1.
Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht,

2.
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,

3.
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,

4.
Umweltschutz und

5.
Sicherheitsverfahren umsetzen.


§ 5 Ausbildungsplan



Die Ausbildenden haben spätestens zu Beginn der Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans für jeden Auszubildenden und für jede Auszubildende einen Ausbildungsplan zu erstellen.


§ 6 Schriftlicher Ausbildungsnachweis



(1) Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. Dazu ist ihnen während der Ausbildungszeit Gelegenheit zu geben.

(2) Die Ausbildenden haben den Ausbildungsnachweis regelmäßig durchzusehen.


Abschnitt 2 Zwischenprüfung

§ 7 Ziel und Zeitpunkt



(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen.

(2) Die Zwischenprüfung soll zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.


§ 8 Inhalt



Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf

1.
die im Ausbildungsrahmenplan für das erste Ausbildungsjahr genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

2.
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.


§ 9 Prüfungsbereiche



Die Zwischenprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:

1.
Passagierprozesse und

2.
Personalwirtschaft.


§ 10 Prüfungsbereich Passagierprozesse



(1) Im Prüfungsbereich Passagierprozesse soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
passagierbezogene Anforderungen für den Check-in und für das Boarding aufzuzeigen und umzusetzen,

2.
Passagiere und Passagierinnen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse besonderer Personengruppen und soziokultureller Besonderheiten zu beraten und zu betreuen,

3.
rechtliche Regelungen und Vorgaben einzuhalten sowie Standards des Luftverkehrs anzuwenden und

4.
die englische Sprache situations- und berufsbezogen anzuwenden.

(2) Die Prüfungsaufgaben sollen praxisbezogen sein. Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.


§ 11 Prüfungsbereich Personalwirtschaft



(1) Im Prüfungsbereich Personalwirtschaft soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
personalwirtschaftliche Prozesse in den Bereichen Personalbeschaffung, Personalverwaltung und Personaleinsatzplanung zu unterstützen und

2.
rechtliche und betriebliche Regelungen einzuhalten.

(2) Die Prüfungsaufgaben sollen praxisbezogen sein. Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.


Abschnitt 3 Abschlussprüfung

§ 12 Ziel und Zeitpunkt



(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat.

(2) Die Abschlussprüfung soll am Ende der Berufsausbildung durchgeführt werden.


§ 13 Inhalt



Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf

1.
die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

2.
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.


§ 14 Prüfungsbereiche



Die Abschlussprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:

1.
Abfertigungsprozesse,

2.
Luftverkehrswirtschaft,

3.
Serviceleistungen sowie

4.
Wirtschafts- und Sozialkunde.


§ 15 Prüfungsbereich Abfertigungsprozesse



(1) Im Prüfungsbereich Abfertigungsprozesse soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist, komplexe Arbeitsaufträge unter Einhaltung rechtlicher Regelungen, Richtlinien und Standards des Luftverkehrs handlungsorientiert zu bearbeiten. Dabei soll er nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Kundenanforderungen zu ermitteln und Kunden zu beraten und zu betreuen,

2.
Passagierabfertigungsvorgänge vorzubereiten und durchzuführen und dabei die Vorgaben der Fluggesellschaften einzuhalten,

3.
Flugzeugabfertigungsvorgänge vorzubereiten, zu überprüfen und mit den Beteiligten zu koordinieren sowie dabei die Vorgaben der Fluggesellschaften einzuhalten und die Besonderheiten von Flugzeugtypen zu berücksichtigen,

4.
die Vorgaben zur betrieblichen Sicherheit und zur Abwehr äußerer Gefahren umzusetzen und

5.
die englische Sprache situations- und berufsbezogen anzuwenden.

(2) Die Prüfungsaufgaben sollen praxisbezogen sein. Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.


§ 16 Prüfungsbereich Luftverkehrswirtschaft



(1) Im Prüfungsbereich Luftverkehrswirtschaft soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Geschäftsvorgänge zu bearbeiten und dabei Prozesse der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle zu unterstützen,

2.
die Entwicklung von Marketingmaßnahmen zu unterstützen sowie Marketingmaßnahmen umzusetzen,

3.
Arbeitsprozesse im Hinblick auf die Personaleinsatzplanung zu überprüfen und zu optimieren und

4.
luftverkehrsspezifische Umweltschutzerfordernisse aufzuzeigen.

(2) Die Prüfungsaufgaben sollen praxisbezogen sein. Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.


§ 17 Prüfungsbereich Serviceleistungen



(1) Im Prüfungsbereich Serviceleistungen soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
betriebliche Prozesse zu bearbeiten,

2.
kunden- und serviceorientiert zu handeln und Gespräche systematisch und situationsbezogen zu führen und

3.
Probleme und Vorgehensweisen zu erörtern sowie einen Lösungsweg zu entwickeln und zu begründen.

(2) Für den Nachweis nach Absatz 1 sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:

1.
Passagierabfertigung,

2.
Gepäckermittlung,

3.
Waren- und Dienstleistungsangebot sowie

4.
Flugzeugabfertigung.

(3) Mit dem Prüfling wird eine Gesprächssimulation durchgeführt.

(4) Für die Gesprächssimulation wählt der Prüfungsausschuss zwei der in Absatz 2 genannten Gebiete aus und stellt dem Prüfling zu jedem dieser Gebiete eine praxisbezogene Aufgabe. Aus den beiden Aufgaben wählt der Prüfling eine Aufgabe zur Bearbeitung aus. Ihm ist eine Vorbereitungszeit von 15 Minuten einzuräumen.

(5) Die Gesprächssimulation dauert höchstens 20 Minuten.


§ 18 Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde



(1) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.

(2) Die Prüfungsaufgaben müssen praxisbezogen sein. Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 60 Minuten.


§ 19 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Abschlussprüfung



(1) Die Bewertungen der einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
Abfertigungsprozesse mit 35 Prozent,

2.
Luftverkehrswirtschaft mit 20 Prozent,

3.
Serviceleistungen mit 35 Prozent sowie

4.
Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent.

(2) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen wie folgt bewertet worden sind:

1.
im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend",

2.
in mindestens drei Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend" und

3.
in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend".

(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Abfertigungsprozesse", „Luftverkehrswirtschaft" oder „Wirtschafts- und Sozialkunde" durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn

1.
der Prüfungsbereich schlechter als mit „ausreichend" bewertet worden ist und

2.
die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung den Ausschlag geben kann.

Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.


Abschnitt 4 Schlussvorschriften

§ 20 Inkrafttreten, Außerkrafttreten


§ 20 ändert mWv. 1. August 2017 LuftServKfAusbV

Diese Verordnung tritt am 1. August 2017 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Servicekaufmann im Luftverkehr/zur Servicekauffrau im Luftverkehr vom 23. März 1998 (BGBl. I S. 611) außer Kraft.


Schlussformel



Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

In Vertretung Machnig


Anlage (zu § 3 Absatz 1) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Servicekaufmann im Luftverkehr und zur Servicekauffrau im Luftverkehr



Abschnitt A: berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Zeitliche Richtwerte in
Monaten im
1. bis 12.
Monat
13. bis 36.
Monat
1234
1 Passagierabfertigungs-
prozesse durchführen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 1)
a) Passagiere und Passagierinnen einchecken und
Gate-Abfertigung durchführen, Buchungsdaten be-
rücksichtigen und Einreisebestimmungen einhalten
b) rechtliche Regelungen, Richtlinien und Standards des
Luftverkehrs sowie die Vorgaben der Fluggesell-
schaften einhalten und die Besonderheiten von Flug-
zeugtypen berücksichtigen
c) Vorgaben zur betrieblichen Sicherheit (Safety) und zur
Abwehr äußerer Gefahren (Security) umsetzen
d) technische Einrichtungen im Zusammenhang mit
dem Passagierservice nutzen
e) Passagiere und Passagierinnen beraten und betreuen
und die Bedürfnisse besonderer Personengruppen
sowie soziokulturelle Besonderheiten berücksichti-
gen
f) für Arbeitsprozesse in der Passagierabfertigung ins-
besondere die englische Sprache nutzen
4 
g) den Abfertigungsprozess mit den Anforderungen des
Qualitätsmanagements abgleichen und erforderliche
Maßnahmen zur Prozessoptimierung ableiten
h) im Umgang mit den Passagieren und Passagierinnen
die eigene Vorgehensweise reflektieren
 2
2Personalwirtschaftliche
Prozesse unterstützen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 2)
a) den Personalbeschaffungsprozess unterstützen, ins-
besondere bei Stellenausschreibungen und Auswahl-
verfahren
b) Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen
c) Personaleinsatzplanung unter Berücksichtigung be-
trieblicher Rahmenbedingungen unterstützen
d) rechtliche und betriebliche Regelungen einhalten
e) die Planung und Organisation von Personalentwick-
lungsmaßnahmen unterstützen
f) Personalstatistiken führen, auswerten und adressa-
tengerecht aufbereiten
g) Arbeitsprozesse im Hinblick auf die Personaleinsatz-
planung reflektieren und Verbesserungen vorschla-
gen
h) Regelungen zum Datenschutz und zur Datensicher-
heit bei der Bearbeitung von Mitarbeiterdaten anwen-
den
4 
3Marketingmaßnahmen
durchführen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 3)
a) Marketingmaßnahmen, auch in englischer Sprache,
vorbereiten, durchführen und nachbereiten
b) Kundengespräche vorbereiten, durchführen und
nachbereiten
  
c) Kundenanforderungen analysieren und kundenge-
rechte Lösungsvorschläge entwickeln
d) Entwicklung und Vertrieb von Produkten und Service-
leistungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher
Vertriebsformen und Einhaltung rechtlicher und be-
trieblicher Regelungen unterstützen
e) Werbeaktionen und Veranstaltungen auf Grundlage
von Kunden- und Marktdaten planen, mit den Betei-
ligten abstimmen, organisieren und durchführen
f) digitale Medien für Marketingmaßnahmen nutzen
2 
g) Sponsoring- und Kooperationsanfragen bearbeiten
h) Statistiken erstellen und auswerten
i) den Informationsaustausch zwischen den betrieb-
lichen Geschäftsfeldern als Voraussetzung für ein er-
folgreiches Marketing fördern und nutzen
j) Arbeitsprozesse unter Berücksichtigung der Anforde-
rungen des Qualitätsmanagements dokumentieren
und analysieren und Vorschläge zur Qualitätsverbes-
serung ableiten
k) Reklamationsgespräche situationsgerecht führen und
die weitere Bearbeitung koordinieren
 2
4Flugzeugabfertigungs-
prozesse koordinieren
(§ 4 Absatz 2 Nummer 4)
a) Unterlagen zur Flugvorbereitung zusammenstellen
b) Be- und Entladung von Gepäck und Fracht überwa-
chen sowie kontrollieren, ob auf dem Vorfeld, insbe-
sondere bei Betankung, Boarding und Reinigung, die
Regeln eingehalten werden
c) manuelles Load- und Trimsheet erstellen, Informatio-
nen aus Ladeanweisung sowie Load- und Trimsheet
entnehmen und übermitteln und erforderliche Maß-
nahmen einleiten
d) Abfertigungsvorgänge einleiten, überprüfen und ko-
ordinieren
e) rechtliche Regelungen, Richtlinien und Standards des
Luftverkehrs sowie die Vorgaben der Fluggesell-
schaften einhalten
f) Vorgaben zur betrieblichen Sicherheit (Safety) und zur
Abwehr äußerer Gefahren (Security) umsetzen
g) für Arbeitsprozesse auf dem Vorfeld insbesondere die
englische Sprache nutzen
h) den Abfertigungsprozess mit den Anforderungen des
Qualitätsmanagements abgleichen und erforderliche
Maßnahmen zur Prozessoptimierung ableiten
 6
5Gepäckermittlung
durchführen und Kunden
betreuen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 5)
a) Kundengespräche, insbesondere Reklamationsge-
spräche, vor- und nachbereiten
b) Auskünfte zur Gepäckermittlung, auch in englischer
Sprache, erteilen und Gepäckermittlung durchführen
c) über Flugunregelmäßigkeiten, ihre Ursachen sowie
die jeweilige Vorgehensweise und Schadensregulie-
rung informieren und Maßnahmen einleiten
d) technische Einrichtungen im Zusammenhang mit
dem Gepäckservice nutzen
 6
  e) bei der Beratung und Betreuung von Passagieren
und Passagierinnen die Bedürfnisse besonderer Per-
sonengruppen sowie soziokulturelle Besonderheiten
berücksichtigen
f) sichere und schnelle Routen für das Nachsenden von
Gepäck planen und das Gepäck weiterleiten
g) im Umgang mit den Passagieren und Passagierinnen
die eigene Vorgehensweise reflektieren
  
6Dienstleistungen anbieten
und verkaufen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 6)
a) Kunden über Dienstleistungen des Ausbildungsbe-
triebes, auch in englischer Sprache, beraten und Län-
der- und Gesundheitsbestimmungen beim Leistungs-
angebot berücksichtigen
b) Preise und Leistungen kundenorientiert, auch unter
Berücksichtigung von Kundenbindungsprogrammen,
vergleichen und anbieten
c) über Serviceeinrichtungen und Leistungen anderer
Anbieter informieren
d) unter Anwendung eines Reservierungssystems Flug-
preise ermitteln, Flugscheine verkaufen und um-
schreiben und Erstattungen vornehmen
e) Zusatzleistungen anbieten und verkaufen
f) erbrachte Dienstleistungen dokumentieren und mit
Kunden unter Berücksichtigung der Zahlungsbedin-
gungen abrechnen
g) Kundenkontakte herstellen und pflegen sowie die ei-
gene Rolle als Dienstleister im Kundenkontakt reflek-
tieren
 6
7Kaufmännische Steuerung
und Kontrolle unterstützen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 7)
a) Geschäftsvorgänge bearbeiten und dabei rechtliche
und betriebliche Regelungen einhalten
b) Vorgänge des Zahlungsverkehrs und des Mahnwe-
sens bearbeiten
c) Belege unterscheiden, den jeweiligen Geschäftsvor-
gängen zuordnen und rechnerisch und sachlich prü-
fen
d) vorbereitende Arbeiten für die Buchführung durch-
führen
e) Bilanz- und Erfolgskennzahlen ermitteln und auswer-
ten sowie Statistiken und Berichte erstellen
 2


Abschnitt B: integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Zeitliche Richtwerte in
Monaten im
1. bis
12. Monat
13. bis
36. Monat
1234
1Berufsbildung sowie Arbeits-
und Tarifrecht
(§ 4 Absatz 3 Nummer 1)
a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages erklären, ins-
besondere Abschluss, Dauer und Beendigung
b) gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbil-
dungsvertrag nennen
c) Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen

  d) wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
e) wesentliche Bestimmungen der für den Ausbildungs-
betrieb geltenden Tarifverträge nennen
während
der gesamten
Ausbildung
2Aufbau und Organisation
des Ausbildungsbetriebes
(§ 4 Absatz 3 Nummer 2)
a) Aufbau und Aufgaben des Ausbildungsbetriebes er-
läutern
b) Beziehungen des Ausbildungsbetriebes und seiner
Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsver-
tretungen und Gewerkschaften nennen
c) Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der be-
triebsverfassungs- oder personalvertretungsrecht-
lichen Organe des Ausbildungsbetriebes beschreiben
3Sicherheit und Gesundheits-
schutz bei der Arbeit
(§ 4 Absatz 3 Nummer 3)
a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Ar-
beitsplatz feststellen und Maßnahmen zur Vermei-
dung der Gefährdung ergreifen
b) berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhü-
tungsvorschriften anwenden
c) Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie
erste Maßnahmen einleiten
d) Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes an-
wenden sowie Verhaltensweisen bei Bränden be-
schreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung
ergreifen
4Umweltschutz
(§ 4 Absatz 3 Nummer 4)
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im
beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
a) mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbil-
dungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz
an Beispielen erklären
b) für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des
Umweltschutzes anwenden
c) Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltscho-
nenden Energie- und Materialverwendung nutzen
d) Abfälle vermeiden sowie Stoffe und Materialien einer
umweltschonenden Entsorgung zuführen
5Sicherheitsverfahren
umsetzen
(§ 4 Absatz 3 Nummer 5)
a) nationale und internationale Rechtsgrundlagen ein-
halten
b) Luftsicherheitsvorgaben umsetzen
c) Vorschriften bei luftverkehrsspezifischen Notfällen
einhalten sowie erste Maßnahmen einleiten und bei
der Planung und Durchführung von Notfallübungen
mitwirken
d) Luftsicherheits-Audits vor- und nachbereiten
2