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Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschuhmacher und zur Maßschuhmacherin (Maßschuhmacherausbildungsverordnung - MaßschuhmAusbV)

V. v. 17.05.2018 BGBl. I S. 622 (Nr. 18)
Geltung ab 01.08.2018; FNA: 7110-6-130 Handwerk im Allgemeinen
1 Änderung

Eingangsformel *



Auf Grund des § 25 Absatz 1 Satz 1 der Handwerksordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074; 2006 I S. 2095), der zuletzt durch Artikel 283 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:

---

*
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 25 der Handwerksordnung. Die Ausbildungsordnung und der damit abgestimmte, von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplan für die Berufsschule werden demnächst im amtlichen Teil des Bundesanzeigers veröffentlicht.


Abschnitt 1 Gegenstand, Dauer und Gliederung der Berufsausbildung

§ 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes



Der Ausbildungsberuf des Maßschuhmachers und der Maßschuhmacherin wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe nach Anlage B Abschnitt 1 Nummer 25 „Schuhmacher" der Handwerksordnung staatlich anerkannt.


§ 2 Dauer der Berufsausbildung



Die Berufsausbildung dauert drei Jahre.


§ 3 Gegenstand der Berufsausbildung und Ausbildungsrahmenplan



(1) 1Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage) genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. 2Von der Organisation der Berufsausbildung, wie sie im Ausbildungsrahmenplan vorgegeben ist, darf abgewichen werden, wenn und soweit betriebspraktische Besonderheiten oder Gründe, die in der Person des oder der Auszubildenden liegen, die Abweichung erfordern.

(2) 1Die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit nach § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes erlangen. 2Die berufliche Handlungsfähigkeit schließt insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren ein.


§ 4 Struktur der Berufsausbildung, Ausbildungsberufsbild



(1) 1Die Berufsausbildung gliedert sich in:

1.
fachrichtungsübergreifende berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten,

2.
berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung

a)
Maßschuhe oder

b)
Schaftbau und

3.
fachrichtungsübergreifende, integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.

2Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten werden in Berufsbildpositionen als Teil des Ausbildungsberufsbildes gebündelt.

(2) Die Berufsbildpositionen der fachrichtungsübergreifenden berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:

1.
Einsetzen und Warten von Werkzeugen, Maschinen und Zusatzeinrichtungen,

2.
Entwerfen von Grundmodellen,

3.
Beurteilen und Einsetzen von Werk- und Hilfsstoffen,

4.
Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen,

5.
Beurteilen und Anwenden von Fertigungstechniken,

6.
Beurteilen von Anatomie, Physiologie und Pathologie der Stütz- und Bewegungsorgane,

7.
Ausführen von Reparatur- und Änderungsarbeiten und

8.
Durchführen von kundenorientierten Maßnahmen.

(3) Die Berufsbildpositionen der berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Maßschuhe sind:

1.
Gestalten und Ausarbeiten von Maßschuhmodellen,

2.
Vorbereiten von Einbauelementen und von Bodenteilen,

3.
Zusammenfügen von Schuhböden und Schäften zu Maßschuhen und

4.
Anfertigen von fußgerechten Schuhzurichtungen und Fußbettungen für Konfektionsschuhe.

(4) Die Berufsbildpositionen der berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Schaftbau sind:

1.
Gestalten und Ausarbeiten von Schaftmodellen,

2.
Herstellen von Schablonen und Schnittmustern sowie Zuschneiden von Schaftteilen,

3.
Vorrichten von Schaftteilen und

4.
Montieren von Schaftteilen.

(5) Die Berufsbildpositionen der fachrichtungsübergreifenden, integrativ zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:

1.
Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht,

2.
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,

3.
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,

4.
Umweltschutz,

5.
Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen,

6.
betriebliche und technische Kommunikation,

7.
Verkaufen von Dienstleistungen und Waren,

8.
Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen und

9.
Nachhaltigkeit.


§ 5 Ausbildungsplan



Die Ausbildenden haben spätestens zu Beginn der Ausbildung auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans für jeden Auszubildenden und für jede Auszubildende einen Ausbildungsplan zu erstellen.


Abschnitt 2 Gesellenprüfung

Unterabschnitt 1 Allgemeines

§ 6 Ziel, Aufteilung in zwei Teile und Zeitpunkte



(1) Durch die Gesellenprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat.

(2) Die Gesellenprüfung besteht aus den Teilen 1 und 2.

(3) Teil 1 soll am Ende des zweiten Ausbildungsjahres durchgeführt werden, Teil 2 am Ende der Berufsausbildung.


Unterabschnitt 2 Teil 1 der Gesellenprüfung

§ 7 Inhalt von Teil 1



Teil 1 der Gesellenprüfung erstreckt sich auf

1.
die im Ausbildungsrahmenplan für die ersten 18 Monate genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

2.
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.


§ 8 Prüfungsbereiche von Teil 1



Teil 1 der Gesellenprüfung findet in den folgenden Prüfungsbereichen statt:

1.
Reparieren von Maß- und Konfektionsschuhen sowie

2.
Schuhreparatur.


§ 9 Prüfungsbereich Reparieren von Maß- und Konfektionsschuhen



(1) Im Prüfungsbereich Reparieren von Maß- und Konfektionsschuhen soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Arbeitsaufträge zu erfassen, Arbeitsschritte festzulegen und Arbeitsmittel auszuwählen,

2.
Werkzeuge, Maschinen und Zusatzeinrichtungen hinsichtlich Funktion und Einsatz auszuwählen und einzusetzen,

3.
Werk- und Hilfsstoffe nach Eigenschaften und Verwendungszweck auszuwählen und einzusetzen,

4.
Skizzen und technische Zeichnungen zu erstellen und anzuwenden,

5.
Befestigungsarten sowie Naht- und Sticharten auszuwählen,

6.
Werk- und Hilfsstoffe vorzubereiten, zuzuschneiden und zu bearbeiten,

7.
Näharbeiten am Schaft auszuführen,

8.
Sohlen und Absätze anzubringen und zu bearbeiten,

9.
Reparatur- und Änderungsarbeiten am Boden und am Schaft auszuführen und

10.
Qualität von Reparatur- und Änderungsarbeiten zu prüfen und mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren.

(2) Für den Nachweis nach Absatz 1 sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

1.
Ausführen und Dokumentieren einer Reparatur am Boden eines Konfektions- oder Maßschuhpaares und

2.
Ausführen und Dokumentieren einer Reparatur oder Änderung am Schaft eines Konfektions- oder Maßschuhpaares.

(3) Der Prüfling soll zwei Arbeitsaufgaben durchführen.

(4) Die Prüfungszeit beträgt insgesamt fünf Stunden.


§ 10 Prüfungsbereich Schuhreparatur



(1) Im Prüfungsbereich Schuhreparatur soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Skizzen und technische Zeichnungen zu erstellen,

2.
Werk- und Hilfsstoffe zu unterscheiden und einzusetzen,

3.
Werkzeuge, Maschinen sowie Zusatzeinrichtungen auszuwählen und einzusetzen und Sicherheitsbestimmungen einzuhalten,

4.
Befestigungsarten und Fertigungstechniken zu unterscheiden,

5.
anatomische, physiologische und pathologische Aspekte der Stütz- und Bewegungsorgane bei der Schuhreparatur zu berücksichtigen,

6.
Materialbedarf und Zeitaufwand zu ermitteln,

7.
Reparatur- und Änderungsarbeiten zu beurteilen und durchzuführen und

8.
Ziele und Aufgaben qualitätssichernder Maßnahmen zu unterscheiden.

(2) Der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.


Unterabschnitt 3 Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Maßschuhe

§ 11 Inhalt von Teil 2



(1) Teil 2 der Gesellenprüfung erstreckt sich in der Fachrichtung Maßschuhe auf

1.
die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

2.
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.

(2) In Teil 2 der Gesellenprüfung sollen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die bereits Gegenstand von Teil 1 der Gesellenprüfung waren, nur insoweit einbezogen werden, als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit erforderlich ist.


§ 12 Prüfungsbereiche von Teil 2



Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Maßschuhe findet in folgenden Prüfungsbereichen statt:

1.
Herstellen von Maßschuhen,

2.
Schuhtechnik sowie

3.
Wirtschafts- und Sozialkunde.


§ 13 Prüfungsbereich Herstellen von Maßschuhen



(1) Im Prüfungsbereich Herstellen von Maßschuhen besteht die Prüfung aus zwei Teilen.

(2) Im ersten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Arbeitsabläufe unter Beachtung gestalterischer, wirtschaftlicher, ökologischer und zeitlicher Vorgaben zu planen und die Planung zu dokumentieren,

2.
Qualitätsvorgaben einzuhalten, Kundenanforderungen zu beachten, Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz einzuhalten, Umweltschutz und Aspekte der Nachhaltigkeit zu beachten,

3.
Modellentwürfe nach modischen, funktionalen und technologischen Gesichtspunkten auszuarbeiten,

4.
Leistenkopien und Grundmodelle herzustellen und zu überprüfen,

5.
Einbauelemente zu rangieren und Schuhbodenteile zu bearbeiten,

6.
Schuhböden und Schäfte zu montieren,

7.
Maßschuhe zu finishen und auf Qualität zu prüfen und

8.
fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und die Vorgehensweise zu begründen.

(3) 1Für den Nachweis hat der Prüfling ein Paar Maßschuhe zu planen und anzufertigen. 2Hierbei sind vorgefertigte Schäfte, ein Maßleisten sowie verschiedene Materialien zu verwenden und eine Bodenbefestigungsart anzuwenden. 3Die Materialien und die Bodenbefestigungsart wählt der Prüfling aus.

(4) 1Der Prüfling soll ein Prüfungsstück anfertigen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren. 2Vor Prüfungsbeginn hat der Prüfling dem Prüfungsausschuss eine technische Zeichnung des Prüfungsstücks und eine Arbeitsbeschreibung zur Genehmigung vorzulegen. 3Nach der Anfertigung des Prüfungsstücks wird mit dem Prüfling ein auftragsbezogenes Fachgespräch über das Prüfungsstück geführt.

(5) 1Die Prüfungszeit für die Anfertigung des Prüfungsstücks und für die Dokumentation beträgt 18 Stunden. 2Innerhalb dieser Zeit entfallen auf das auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 20 Minuten.

(6) Im zweiten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist

1.
Arbeitsabläufe unter Beachtung gestalterischer, wirtschaftlicher, ökologischer und zeitlicher Vorgaben zu planen,

2.
Qualitätsvorgaben einzuhalten, Kundenanforderungen zu beachten, Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz einzuhalten, Umweltschutz und Aspekte der Nachhaltigkeit zu beachten und

3.
fußgerechte Schuhzurichtungen anzufertigen und an Konfektionsschuhe anzubringen sowie Stützelemente anzufertigen und einzuarbeiten.

(7) Für den Nachweis der Anforderungen nach Absatz 6 hat der Prüfungsausschuss eine der folgenden Tätigkeiten auszuwählen:

1.
Anfertigen einer fußgerechten Schuhzurichtung an einem Paar Konfektionsschuhe oder

2.
Einarbeiten von Stützelementen an einem Paar Konfektionsschuhe.

(8) 1Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen nach Absatz 6 eine Arbeitsaufgabe durchführen. 2Die Prüfungszeit dafür beträgt vier Stunden.

(9) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Bewertungen wie folgt zu gewichten:

1.
die Bewertung für den ersten Teil mit 75 Prozent,

2.
die Bewertung für den zweiten Teil mit 25 Prozent.


§ 14 Prüfungsbereich Schuhtechnik



(1) Im Prüfungsbereich Schuhtechnik soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
den Einsatz von Werk- und Hilfsstoffen nach technischen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Aspekten zu planen und festzulegen,

2.
Beinlängendifferenzen und Fehlbildungen an Füßen festzustellen und Möglichkeiten zur schuhtechnischen Versorgung vorzuschlagen,

3.
Kunden und Kundinnen über Rentabilität, Nachhaltigkeitsaspekte und Ausführungen bei der Reparatur und Schuhherstellung zu beraten,

4.
produkt- und leistungsbezogene Berechnungen durchzuführen,

5.
Schuhtypen zu unterscheiden und Grundmodelle für Schaft- und Bodenteile zu zeichnen,

6.
Leistenkopien und Grundmodelle herzustellen und zu prüfen,

7.
Modellentwürfe unter Berücksichtigung von aktuellen Trends und Verwendungszweck auszuarbeiten,

8.
Bodenbefestigungsarten festzulegen und auszuführen,

9.
Schuhböden und Schäfte zu bearbeiten und zu montieren,

10.
Maßschuhe und Schäfte material- und modellgerecht zu finishen und qualitätssichernde Maßnahmen durchzuführen,

11.
fußgerechte Schuhzurichtungen und Fußbettungen anzufertigen und anzubringen und

12.
die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie Umweltschutzmaßnahmen einzuhalten.

(2) Der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 180 Minuten.


§ 15 Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde



(1) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.

(2) 1Die Aufgaben, die dem Prüfling gestellt werden, müssen praxisbezogen sein. 2Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.


§ 16 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Gesellenprüfung



(1) Die Bewertungen der einzelnen Prüfungsbereiche sind in der Fachrichtung Maßschuhe wie folgt zu gewichten:

1.
Reparieren von Maß- und Konfektionsschuhen mit 15 Prozent,

2.
Schuhreparatur mit 10 Prozent,

3.
Herstellen von Maßschuhen mit 45 Prozent,

4.
Schuhtechnik mit 20 Prozent sowie

5.
Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent.

(2) Die Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen wie folgt bewertet worden sind:

1.
im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mit mindestens „ausreichend",

2.
im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens „ausreichend",

3.
in mindestens zwei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens „ausreichend" und

4.
in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend".

(3) 1Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Schuhtechnik" oder „Wirtschafts- und Sozialkunde" durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn

1.
der Prüfungsbereich schlechter als mit „ausreichend" bewertet worden ist und

2.
die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Gesellenprüfung den Ausschlag geben kann.

2Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.


Unterabschnitt 4 Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Schaftbau

§ 17 Inhalt von Teil 2



(1) Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Schaftbau erstreckt sich auf

1.
die im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

2.
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er den im Ausbildungsrahmenplan genannten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.

(2) In Teil 2 der Gesellenprüfung sollen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die bereits Gegenstand von Teil 1 der Gesellenprüfung waren, nur insoweit einbezogen werden, als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit erforderlich ist.


§ 18 Prüfungsbereiche von Teil 2



Teil 2 der Gesellenprüfung in der Fachrichtung Schaftbau findet in folgenden Prüfungsbereichen statt:

1.
Herstellen von Schäften,

2.
Schuhtechnik sowie

3.
Wirtschafts- und Sozialkunde.


§ 19 Prüfungsbereich Herstellen von Schäften



(1) Im Prüfungsbereich Herstellen von Schäften besteht die Prüfung aus zwei Teilen.

(2) Im ersten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Arbeitsabläufe unter Beachtung gestalterischer, wirtschaftlicher, ökologischer und zeitlicher Vorgaben zu planen und die Planung zu dokumentieren,

2.
Qualitätsvorgaben einzuhalten, Kundenanforderungen zu beachten, Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz einzuhalten, Umweltschutz und Aspekte der Nachhaltigkeit zu beachten,

3.
Modellentwürfe nach modischen, funktionalen und technologischen Gesichtspunkten auszuarbeiten,

4.
Leistenkopien und Grundmodelle herzustellen und zu überprüfen,

5.
Schablonen und Schnittmuster von Obermaterial und Futter herzustellen, aufzulegen und Schaftteile auszuschneiden,

6.
Schaftteile vorzurichten und Schaftflächen zu gestalten,

7.
Schaft- und Futterteile zusammenzufügen sowie funktionale und schmückende Elemente anzufertigen und anzubringen,

8.
Abschlussarbeiten auszuführen und Qualität der Schäfte zu prüfen und

9.
fachliche Zusammenhänge aufzuzeigen und die Vorgehensweise zu begründen.

(3) 1Für den Nachweis hat der Prüfling ein Paar Schäfte unter Verwendung der dazugehörigen Maßleisten und von Materialien zu planen und anzufertigen. 2Die Materialien wählt der Prüfling aus.

(4) 1Der Prüfling soll ein Prüfungsstück anfertigen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren. 2Vor Prüfungsbeginn hat der Prüfling dem Prüfungsausschuss einen Modellentwurf des Prüfungsstücks und eine Arbeitsbeschreibung zur Genehmigung vorzulegen. 3Nach der Anfertigung des Prüfungsstücks wird mit dem Prüfling ein auftragsbezogenes Fachgespräch über das Prüfungsstück geführt.

(5) 1Die Prüfungszeit für die Anfertigung des Prüfungsstücks und für die Dokumentation beträgt 10 Stunden. 2Innerhalb dieser Zeit entfallen auf das auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 20 Minuten.

(6) Im zweiten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
Arbeitsabläufe unter Beachtung gestalterischer, wirtschaftlicher, ökologischer und zeitlicher Vorgaben zu planen,

2.
Qualitätsvorgaben einzuhalten, Kundenanforderungen zu beachten, Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz einzuhalten, Umweltschutz und Aspekte der Nachhaltigkeit zu beachten und

3.
Schablonen und Schnittmuster von Obermaterial und Futter herzustellen, aufzulegen und Schaftteile auszuschneiden sowie

4.
Schaftteile vorzurichten und Schaftflächen zu gestalten.

(7) Für den Nachweis der Anforderungen nach Absatz 6 hat der Prüfling mindestens zwei Schaftteile unter Anwendung von unterschiedlichen Techniken herzustellen.

(8) 1Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen nach Absatz 6 eine Arbeitsaufgabe durchführen. 2Die Prüfungszeit dafür beträgt vier Stunden.

(9) Bei der Ermittlung des Ergebnisses für den Prüfungsbereich sind die Bewertungen wie folgt zu gewichten:

1.
die Bewertung für den ersten Teil mit 70 Prozent,

2.
die Bewertung für den zweiten Teil mit 30 Prozent.


§ 20 Prüfungsbereich Schuhtechnik



(1) Im Prüfungsbereich Schuhtechnik soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,

1.
den Einsatz von Werk- und Hilfsstoffen nach technischen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Aspekten zu planen und festzulegen,

2.
Beinlängendifferenzen und Fehlbildungen an Füßen festzustellen und Möglichkeiten zur schuhtechnischen Versorgung vorzuschlagen,

3.
Kunden und Kundinnen über Rentabilität, Nachhaltigkeitsaspekte und Ausführungen bei der Reparatur und Schuhherstellung zu beraten,

4.
produkt- und leistungsbezogene Berechnungen durchzuführen,

5.
Schuhtypen zu unterscheiden und Grundmodelle für Schaft- und Bodenteile zu zeichnen,

6.
Leistenkopien und Grundmodelle herzustellen und zu prüfen,

7.
Modellentwürfe unter Berücksichtigung von aktuellen Trends und Verwendungszweck auszuarbeiten,

8.
Bodenbefestigungsarten festzulegen und auszuführen,

9.
Schuhböden und Schäfte zu bearbeiten und zu montieren,

10.
Maßschuhe und Schäfte material- und modellgerecht zu finishen und qualitätssichernde Maßnahmen durchzuführen,

11.
fußgerechte Schuhzurichtungen und Fußbettungen anzufertigen und anzubringen und

12.
die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie Umweltschutzmaßnahmen einzuhalten.

(2) Der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 180 Minuten.


§ 21 Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde



(1) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.

(2) 1Die Aufgaben, die dem Prüfling gestellt werden, müssen praxisbezogen sein. 2Der Prüfling soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten.

(3) Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.


§ 22 Gewichtung der Prüfungsbereiche und Anforderungen für das Bestehen der Gesellenprüfung



(1) Die Bewertungen der einzelnen Prüfungsbereiche sind in der Fachrichtung Schaftbau wie folgt zu gewichten:

1.
Reparieren von Konfektions- und Maßschuhen mit 15 Prozent,

2.
Schuhreparatur mit 10 Prozent,

3.
Herstellen von Schäften mit 45 Prozent,

4.
Schuhtechnik mit 20 Prozent sowie

5.
Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent.

(2) Die Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen wie folgt bewertet worden sind:

1.
im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mit mindestens „ausreichend",

2.
im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens „ausreichend",

3.
in mindestens zwei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens „ausreichend" und

4.
in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend".

(3) 1Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der Prüfungsbereiche „Schuhtechnik" oder „Wirtschafts- und Sozialkunde" durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn

1.
der Prüfungsbereich schlechter als mit „ausreichend" bewertet worden ist und

2.
die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschluss- oder Gesellenprüfung den Ausschlag geben kann.

2Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.


Abschnitt 3 Weitere Berufsausbildung

§ 23 Anrechnung von Ausbildungszeiten



Die erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zur Fachkraft für Lederverarbeitung nach § 6 der Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Lederverarbeitung vom 14. Februar 2011 (BGBl. I S. 255) ist auf die in den ersten 24 Monaten der Berufsausbildung nach dieser Verordnung in der Fachrichtung Schaftbau zu erwerbenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten anzurechnen, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren.


Abschnitt 4 Schlussvorschriften

§ 24 Bestehende Berufsausbildungsverhältnisse



Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits bestehen, können nach den Vorschriften dieser Verordnung unter Anrechnung der bisher absolvierten Ausbildungszeit fortgesetzt werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren und der oder die Auszubildende noch keine Zwischenprüfung absolviert hat.


§ 25 Inkrafttreten, Außerkrafttreten


§ 25 ändert mWv. 1. August 2018 SchuhmAusbV

1Diese Verordnung tritt am 1. August 2018 in Kraft. 2Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Schuhmacher/zur Schuhmacherin vom 11. März 2004 (BGBl. I S. 445) außer Kraft.


Schlussformel



Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie

In Vertretung Nussbaum


Anlage (zu § 3 Absatz 1) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Maßschuhmacher und zur Maßschuhmacherin



Abschnitt A: fachrichtungsübergreifende berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Zeitliche Richtwerte
in Wochen im
1. bis 18.
Monat
19. bis 36.
Monat
1234
1Einsetzen und Warten von
Werkzeugen, Maschinen
und Zusatzeinrichtungen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 1)
a) Werkzeuge, Maschinen und Zusatzeinrichtungen hin-
sichtlich Funktion und Einsatz auswählen
b) Hand- und Messwerkzeuge einsetzen
c) Maschinen einrichten, Zusatzeinrichtungen anbrin-
gen, Funktionen prüfen, Maschinen unter Berück-
sichtigung der Sicherheitsbestimmungen bedienen
d) Hand- und Messwerkzeuge, Maschinen und Zusatz-
einrichtungen pflegen und warten
e) Störungen feststellen und Maßnahmen zur Störungs-
beseitigung ergreifen
8 
2Entwerfen von
Grundmodellen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 2)
a) Arten und Aufbau von Schuhtypen unterscheiden
b) Längen- und Weitenmaße unterscheiden
c) Grundmodelle für Schaft- und Bodenteile unterschei-
den und zeichnen
d) Entwürfe, insbesondere nach historischen, modi-
schen, funktionalen und technologischen Gesichts-
punkten, gestalten und ausarbeiten
e) Entwürfe nach Verwendungszweck und Kundenan-
forderungen optimieren
 4
3 Beurteilen und Einsetzen
von Werk- und Hilfsstoffen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 3)
a) Lederarten unterscheiden, Leder nach Gerbverfahren
und Verwendungszweck auswählen und beurteilen
b) Klebstoffe und Zusatzkomponenten nach Arten, Ver-
arbeitungsmöglichkeiten und Verwendungszwecken
zuordnen, Gefahrenpotential erkennen und bei der
Verarbeitung berücksichtigen
c) weitere Werk- und Hilfsstoffe, insbesondere textile
Flächengebilde, Gummi und Kunststoffe, nach ihren
Eigenschaften und nach Verwendungszweck unter-
scheiden und nach Qualität beurteilen
d) Werk- und Hilfsstoffe sowie Zubehör auf Schäden
und Fehler prüfen, sortieren und lagern
e) Werk- und Hilfsstoffe umweltgerecht trennen und
entsorgen
8 
f) Auswirkungen von Veredlungs- und Zurichtungspro-
zessen, insbesondere auf Optik und Haltbarkeit, be-
urteilen
g) Werk- und Hilfsstoffe nach technischen und gesund-
heitlichen Anforderungen, nach Umweltaspekten,
nach Wirtschaftlichkeit und nach Verwendungszwe-
cken bewerten und einsetzen
 2
4Anfertigen und Anwenden
von technischen Unterlagen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 4)
a) Skizzen und technische Zeichnungen erstellen und
anwenden
b) Messpunkte an Fuß und Bein festlegen, Trittspuren
abnehmen und Maße aufzeichnen, Hygienemaßnah-
men treffen
c) Schnittmuster und Schablonen anfertigen
d) Schuhmodelle auswählen und Ergebnisse dokumen-
tieren
e) Arbeitsanweisungen, Sicherheitsbestimmungen, Merk-
blätter und Richtlinien anwenden, Vorschriften zur
Hygiene einhalten
6 
5Beurteilen und Anwenden
von Fertigungstechniken
(§ 4 Absatz 2 Nummer 5)
a) Werk- und Hilfsstoffe sowie Befestigungsarten auf-
tragsbezogen auswählen und prüfen
b) Werk- und Hilfsstoffe nach technischen, gestalteri-
schen und ökonomischen Gesichtspunkten vorberei-
ten, auslegen und zuschneiden
c) Zuschnittteile kennzeichnen, auf Qualität und Paarig-
keit prüfen, Fehler erkennen und beurteilen
d) Werk- und Hilfsstoffe bearbeiten, insbesondere for-
men, schleifen, buggen, schärfen, fräsen und aus-
putzen
e) Naht- und Sticharten sowie Nadelarten und Näh-
garne nach Verwendungszweck auswählen
f) Näharbeiten am Obermaterial ausführen
g) Sohlen und Absätze anbringen und bearbeiten
14 
6 Beurteilen von Anatomie,
Physiologie und Pathologie
der Stütz- und Bewegungs-
organe
(§ 4 Absatz 2 Nummer 6)
a) Aufbau und Funktion von Stütz- und Bewegungsor-
ganen, insbesondere von Füßen, Beinen und Becken,
beurteilen
b) Bedeutung von Muskulatur, Blutgefäßen und Nerven-
system für den Bewegungsablauf berücksichtigen
c) biomechanische Vorgänge unter Beachtung von Lot-
stellungen beurteilen, insbesondere in der Schrittab-
wicklung
7 
d) funktionelle Beeinträchtigungen infolge von Bein-
längendifferenzen und infolge von Fehlbildungen an
Füßen beurteilen und bei Arbeiten am Schuh berück-
sichtigen
 2
7Ausführen von Reparatur-
und Änderungsarbeiten
(§ 4 Absatz 2 Nummer 7)
a) Reparatur- und Änderungsaufträge annehmen und
dokumentieren
b) Durchführbarkeit von Reparaturen und Änderungen
beurteilen, Reparaturvorschläge den Kunden und
Kundinnen unterbreiten
c) Bodenreparatur- und Bodenänderungsarbeiten, ins-
besondere an Sohlen und Absätzen, durchführen
d) Obermaterialien längen und weiten
e) Schaftreparatur- und Schaftänderungsarbeiten durch-
führen, insbesondere Nähte und Futter ausbessern,
Decksohlen und Riester einbringen, Verschlüsse aus-
tauschen
f) Maß- und Konfektionsschuhe finishen
20 
8 Durchführen von
kundenorientierten
Maßnahmen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 8)
a) Regeln für kundenorientiertes Verhalten anwenden,
insbesondere auf Kundenzufriedenheit achten
2 
b) Kunden und Kundinnen unter Berücksichtigung ihrer
Wünsche, der betrieblichen Möglichkeiten und der
Rentabilität beraten
c) Reklamationen entgegennehmen und bearbeiten
d) Auffälligkeiten an Füßen feststellen und Möglich-
keiten zur schuhtechnischen Versorgung und zur
Hygiene vorschlagen
e) Schuhe und Schäfte aushändigen und auf Ge-
brauchs- und Pflegemaßnahmen hinweisen
 4


Abschnitt B: berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Maßschuhe

Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Zeitliche Richtwerte
in Wochen im
1. bis 18.
Monat
19. bis 36.
Monat
1234
1Gestalten und Ausarbeiten
von Maßschuhmodellen
(§ 4 Absatz 3 Nummer 1)
a) Schuhtypen, Leistenformen und -sortimente sowie
Absatz- und Spitzensprengungen unterscheiden,
Leistenmaßsysteme anwenden
b) Fußmaße auf Leisten übertragen
c) Leistenkopien anfertigen und Grundmodelle herstel-
len
d) Leistenkopien und Grundmodelle auf Maßhaltigkeit
kontrollieren, Modellfehler feststellen, dokumentieren
und Fehler beheben
e) Modellentwürfe unter Berücksichtigung von aktuellen
Trends und Verwendungszweck ausarbeiten und op-
timieren
 9
2Vorbereiten von
Einbauelementen
und von Bodenteilen
(§ 4 Absatz 3 Nummer 2)
a) Kappenmodelle erstellen und zuschneiden
b) Einbauelemente rangieren, insbesondere Brandsoh-
len, Kappen und Rahmen
c) Schuhbodenteile bearbeiten, insbesondere durch
Schleifen und Schärfen
d) thermoplastische Werkstoffe und Faserverbundwerk-
stoffe formen und bearbeiten
 9
3Zusammenfügen von
Schuhböden und Schäften
zu Maßschuhen
(§ 4 Absatz 3 Nummer 3)
a) Schäfte unter Berücksichtigung der Schuhart zwi-
cken, insbesondere Vorder- und Hinterkappen ein-
bringen
b) Bodenbefestigungsarten ausführen, insbesondere
durch Nähen und Einkleben
c) Gelenkstücke und Ausballungen einbringen
d) Langsohlen aufbringen und bearbeiten
e) Absätze aufbauen und montieren, insbesondere An-
schläge unter Berücksichtigung der Absatzstellung
bearbeiten
f) Schuhböden ausputzen, Schuhe polieren, ausleisten
und material- und modellgerecht finishen
 24
4Anfertigen von
fußgerechten Schuh-
zurichtungen und
Fußbettungen für
Konfektionsschuhe
(§ 4 Absatz 3 Nummer 4)
a) Konfektionsschuhe nach Arbeitsauftrag auswählen
und umarbeiten
b) konfektionierte Einbau- und Einlegeteile anpassen,
insbesondere Entlastungspolster und Stützelemente
c) fußgerechte Schuhzurichtungen anfertigen und an
Konfektionsschuhen anbringen, insbesondere Abroll-
hilfen und Verkürzungsausgleiche
d) Fußbettungen anfertigen und einarbeiten
 10


Abschnitt C: berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Schaftbau

Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Zeitliche Richtwerte
in Wochen im
1. bis 18.
Monat
19. bis 36.
Monat
1234
1Gestalten und Ausarbeiten
von Schaftmodellen
(§ 4 Absatz 4 Nummer 1)
a) Schuhtypen unterscheiden, Schaftmodelle bestim-
men, zeichnen und die Ausführungen dokumentieren
b) Leisten ermitteln, ausmessen und Messpunkte an-
zeichnen
c) Leistenkopien anfertigen und Grundmodelle erstellen
d) Leistenkopien und Grundmodelle auf Maßhaltigkeit
kontrollieren, Modellfehler feststellen, dokumentieren
und Fehler beheben
e) Modellentwürfe für Schäfte unter Berücksichtigung
von aktuellen Trends, Verwendungszweck, Flächen-
gestaltung, Ästhetik und anatomischen Besonderhei-
ten ausarbeiten und optimieren
 8
2Herstellen von Schablonen
und Schnittmustern sowie
Zuschneiden von Schaftteilen
(§ 4 Absatz 4 Nummer 2)
a) Schablonen und Schnittmuster von Obermaterial und
Futter detaillieren und beschriften
b) Schablonen und Schnittmuster, insbesondere unter
Beachtung der rationellen Einteilung, der Lederquali-
tät und des Musterverlaufs, auflegen und Montage-
punkte kennzeichnen
c) Schaftteile zuschneiden, kontrollieren und kennzeich-
nen
d) Schaftteile für die Montage zusammenstellen, Mate-
rialreste sortieren und umweltgerecht entsorgen
 10
3Vorrichten von Schaftteilen
(§ 4 Absatz 4 Nummer 3)
a) Schaftflächen gestalten, insbesondere mit Ziernäh-
ten, durch Punzieren und Perforieren; Applikationen
aufbringen
b) Schaftverstärkungen kleben und kaschieren
c) Schaftteile für die Montage schärfen und buggen
 8
4Montieren von Schaftteilen
(§ 4 Absatz 4 Nummer 4)
a) Schaft- und Futterteile zusammenfügen
b) Hand- und Maschinennähte unter ergonomischen
und sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten herstel-
len, Grifftechniken anwenden
c) Nahtbilder, insbesondere Zier- und Haltenähte, anfer-
tigen
d) funktionelle Elemente anfertigen und anbringen,
insbesondere Reißverschlüsse, Klettverschlüsse,
Schnallen und Ösen
e) schmückende Elemente anfertigen und anbringen,
insbesondere Schleifen, Quasten und Knöpfe
f) Futter beschneiden, Nähte versäubern und Schaft-
kanten einfärben
g) Endkontrolle durchführen, insbesondere Passform
prüfen, Schäfte reinigen
 26


Abschnitt D: fachrichtungsübergreifende, integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

Lfd.
Nr.
Teil des
Ausbildungsberufsbildes
Zu vermittelnde
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Zeitliche Richtwerte
in Wochen im
1. bis 18.
Monat
19. bis 36.
Monat
1234
1Berufsbildung sowie Arbeits-
und Tarifrecht
(§ 4 Absatz 5 Nummer 1)
a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages erklären, ins-
besondere Abschluss, Dauer und Beendigung
b) gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbil-
dungsvertrag nennen
c) Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
d) wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
e) wesentliche Bestimmungen der für den Ausbildungs-
betrieb geltenden Tarifverträge nennen
während
der gesamten
Ausbildung
2Aufbau und Organisation
des Ausbildungsbetriebes
(§ 4 Absatz 5 Nummer 2)
a) Aufbau und Aufgaben des Ausbildungsbetriebes er-
läutern
b) Grundfunktionen des Ausbildungsbetriebes, wie Be-
schaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklä-
ren
c) Beziehungen des Ausbildungsbetriebes und seiner
Beschäftigten zu Wirtschaftsorganisationen, Berufs-
vertretungen und Gewerkschaften nennen
d) Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der be-
triebsverfassungs- oder personalvertretungsrecht-
lichen Organe des Ausbildungsbetriebes beschreiben
3Sicherheit und Gesundheits-
schutz bei der Arbeit
(§ 4 Absatz 5 Nummer 3)
a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am
Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zur Ver-
meidung der Gefährdung ergreifen
b) berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhü-
tungsvorschriften anwenden
c) Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie
erste Maßnahmen einleiten
d) Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes an-
wenden sowie Verhaltensweisen bei Bränden be-
schreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung er-
greifen
4Umweltschutz
(§ 4 Absatz 5 Nummer 4)
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen
im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbeson-
dere
a) mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbil-
dungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz
an Beispielen erklären
  b) für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des
Umweltschutzes anwenden
c) Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltscho-
nenden Energie- und Materialverwendung nutzen
d) Abfälle vermeiden und Stoffe und Materialien einer
umweltschonenden Entsorgung zuführen
  
5 Planen und Vorbereiten von
Arbeitsabläufen
(§ 4 Absatz 5 Nummer 5)
a) Arbeitsaufträge erfassen und Vorgaben auf Durch-
führbarkeit prüfen
b) Arbeitsschritte unter Berücksichtigung betrieblicher
Abläufe und Fertigungsunterlagen festlegen und do-
kumentieren, Liefertermine beachten
c) Werk- und Hilfsstoffe kennzeichnen und bereitstellen
sowie den einzelnen Arbeitsschritten zuordnen
d) Arbeitsplatz nach ergonomischen und sicherheits-
relevanten Gesichtspunkten einrichten
e) Materialbedarf ermitteln, Zeitaufwand abschätzen
f) Aufgaben im Team planen und durchführen
5 
g) Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher und
terminlicher Vorgaben planen, mit vor- und nachgela-
gerten Bereichen abstimmen, optimieren, festlegen
und dokumentieren
h) Kalkulationen nach vorgegebenen Daten durchführen
 2
6 Betriebliche und technische
Kommunikation
(§ 4 Absatz 5 Nummer 6)
a) Informationen beschaffen, aufbereiten und auswerten
b) auftragsbezogene Daten erfassen, auswerten und
dokumentieren
c) gesetzliche und betriebliche Regelungen des Daten-
schutzes und der Datensicherheit anwenden
d) Gespräche situations- und adressatengerecht führen,
insbesondere kulturelle Identitäten und Verhaltens-
weisen berücksichtigen
4 
e) Sachverhalte darstellen und fremdsprachliche Fach-
begriffe anwenden
f) Arbeitsaufgaben mit Hilfe von Informations- und
Kommunikationssystemen bearbeiten
 2
7Verkaufen von Dienst-
leistungen und Waren
(§ 4 Absatz 5 Nummer 7)
a) Zielgruppen und Absatzmärkte erkennen, trend- und
produktspezifische Informationen beschaffen und
auswerten
b) Unternehmen nach außen darstellen
c) bei der Entwicklung und Umsetzung betrieblicher
Werbemaßnahmen mitwirken
d) Kunden und Kundinnen über Serviceleistungen und
Produkte des Betriebes unter Berücksichtigung der
Nachhaltigkeit informieren
e) Zusammenhang von Fußgesundheit und Lebensqua-
lität gegenüber Kunden und Kundinnen herausstellen
f) Dienstleistungen, Waren und Produkte verkaufen
g) Angebote erstellen und unterbreiten, Geschäftsvor-
gänge durchführen und dokumentieren
h) Perspektiven, Voraussetzungen, Rahmenbedingun-
gen, Chancen und Risiken von Selbständigkeit auf-
zeigen
 4
8 Durchführen von qualitäts-
sichernden Maßnahmen
(§ 4 Absatz 5 Nummer 8)
a) Ziele, Aufgaben und Instrumente der qualitäts-
sichernden Maßnahmen unterscheiden
b) Zwischen- und Endkontrollen durchführen und doku-
mentieren
c) Qualität prüfen, insbesondere auf Maßhaltigkeit,
Funktionen und Verarbeitung
d) fachbezogene Regelungen und gesetzliche Vorschrif-
ten einhalten
4 
e) Qualitätsabweichungen und ihre Ursachen feststellen
sowie Maßnahmen zur Behebung ergreifen und do-
kumentieren
f) zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsabläu-
fen beitragen
g) Zusammenhänge zwischen qualitätssichernden Maß-
nahmen, Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Kun-
denzufriedenheit berücksichtigen
 2
9Nachhaltigkeit
(§ 4 Absatz 5 Nummer 9)
a) bei Einkauf und Herstellung Ursprung und Herkunft
der Werk- und Hilfsstoffe im Hinblick auf Umwelt-,
Arbeits- und Sozialstandards berücksichtigen
b) bei der Herstellung von Maßschuhen auf die Lang-
lebigkeit hinweisen und als Beitrag zur ressourcen-
sparenden Produktion verdeutlichen
c) durch die Reparatur von Maß- und Konfektionsschu-
hen die Wertigkeit optimieren, um die Verschwen-
dung von Ressourcen zu vermeiden
d) alternative und recycelte Materialien, insbesondere
Sohlen, Absätze und Ausballungsmaterialien, verar-
beiten
 4